Startseite > Allgemein, NPD > Erklärung des NPD-Präsidiums nach den Anschlägen von Norwegen

Erklärung des NPD-Präsidiums nach den Anschlägen von Norwegen

Dass man auch kurz nach einem der schlimmsten Amokläufe der Geschichte seinen Humor nicht verlieren darf, daran erinnert uns nun die Volksunion NPD. Nachfolgend die Erklärung von Voigt & Co. im Wortlaut (Hervorhebungen von mir):

Abwegige Verbotsforderung

Die Politiker der BRD versuchen die Anschläge eines Ökobauern in Norwegen für ihre Zwecke auszunutzen. Die jetzt reflexartig vorgetragene Forderung nach einem NPD-Verbot kann deshalb nicht überraschen, sie wird aber nach „Oslo“ nicht richtiger als vorher.
Die NPD hat an ihrem strikt rechtsstaatlichen Kurs in der Vergangenheit nie Zweifel aufkommen lassen, weshalb auch jetzt jeder Versuch, eine zugelassene Partei in die Ecke „geistiger Brandstifter“ oder ideologischer Urheber von Wahnsinnstaten wie der von Oslo zu rücken, ins Leere läuft.

Die NPD wird selbstverständlich auch weiterhin als strikt demokratische Partei am politischen Prozeß der Bundesrepublik teilnehmen und sich als einzige heimattreue Oppositionspartei dem Wählervotum stellen – zum Beispiel schon in wenigen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

In diesem Zusammenhang muß daran erinnert werden, daß die politische Klasse der BRD erst vor wenigen Tagen den Bombenanschlag vom 20. Juli erneut als legitimes Mittel der Politik gefeiert hat. Auch bei diesem Anschlag kamen Unschuldige zu Tode.
Im Gegensatz zu den Kommunisten lehnen wir Nationaldemokraten deren Bürgerkriegstheorien aus politischer Überzeugung ab. Wir anerkennen das staatliche Gewaltmonopol und lehnen Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele strikt ab.

Das Präsidium der NPD
Berlin, 25.07.2011

Offenbar fühlt sich die NPD-Parteiführung durch die derzeitigen Anwürfe von Politik und Medien ziemlich unter Druck gesetzt, sonst würde sie wohl nicht derart viel „Kreide fressen“, wie man die Rumlügerei im Szenejargon so schön bezeichnet. Denn mit solchen Bekenntnissen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verärgert man zwangsläufig die eigene Basis. Wohl um das auszugleichen, wird den Affen mit dem letzten Absatz dafür noch ein Zuckerstückchen hingeworfen.

Die Volksunion fährt also weiter zweigleisig. Mal offen, mal versteckt lässt man durchblicken, dass man die geistige Nachfolgepartei der NSDAP ist, aber offiziell gibt man sich „demokratisch“. Schlecht für die NPD: Dieses Spielchen wird bei Wahlen regelmäßig von nur ca. 2-4% der Stimmberechtigten honoriert. Davon etwa 1% Nazi-Stammwählerschaft und 1-3% Protestwähler, die einfach nur das Unappetitlichste ankreuzen, was auf dem Stimmzettel steht.

Gratis-Tipp von mir, damit mir am Ende nicht wieder vorgeworfen wird, ich würde nichts Konstruktives beitragen: Die NPD müsste ihrer 1% Nazi-Anhängerschaft, also Leuten, die z.B. froh darüber sind, dass es am 20. Juli den Adolf nicht erwischt hat, klar machen, dass sie sowieso die gleichen Ziele wie diese verfolgt, ja dass sie selbst, die Führungskader, selbstverständlich auch waschechte Nazis sind. Dies müsste aber auf rein konspirativem Wege erfolgen, und dürfte nicht, auch nicht andeutungsweise wie in dieser Presseerklärung, über öffentliche Kanäle vermittelt werden! Man müsste die Stammwählerschaft also ausschliesslich auf nicht-öffentlichem Wege bei Laune halten. Dann könnte man, hierauf aufbauend, damit beginnen endlich ernsthaft Wählerschaft zu ködern, die eben keine überzeugten Nazis sind. Dazu müsste man natürlich solche Mätzchen wie ADOLF-Kreuzworträtsel bleiben lassen. Ja, ich weiß, das ist einfach gesagt, und erfordert Disziplin, aber ihr seid doch Deutschlands Beste, da sollte man doch wenigstens einmal ernsthaft den Versuch unternehmen, oder?

Mir ist auch klar, dass dies natürlich bei den Plakateklebern mit Haarausfall weniger gut ankommt, denn diese wollen (komischerweise?) immer wieder öffentlich von der Partei die Bestätigung, dass sie ja nur ein wenig „demokratisch“ tue, um nicht verboten zu werden und „gemäßigtere“ Wähler anzusprechen, im Grunde aber dem Nationalsozialismus huldige. Folgt man diesem Drängen nicht, hat man ganz schnell den Ruf eines „Weichspülers“ und „Verwässerers“ inne, also den Vorwurf, eine dreckige Demokröte zu sein und kein wahrer Nationalsozialist;

Liebe NPDler: ich würde mich einmal fragen, wem das am Meisten nützt? Richtig: den herrschenden Parteien, denn dieses doppelte Lottchen ist einfach nur unglaubwürdig (und wird dementsprechend – ich sagte es bereits – vom Wähler nicht goutiert). So wird also immer wieder mit solch kleinen, rückwärts gewandten Neckereien und Anspielungen, wie hier der Gleichsetzung Stauffenbergs mit Breivik, die eigene Stammklientel bedient. Damit erntet man sicherlich Zuspruch von ein paar Spinnern in rechtsextremen Szeneforen und kann sich auch selbst ob der „gelungenen Provokation des Systems“ auf die Schulter klopfen.

Sich aber der Tradition des Unrechtsstaates NS-Regime verschrieben zu haben, und sich gleichzeitig als strikt rechtsstaatliche, demokratische Partei zu bezeichnen, das ist nur noch unfreiwillig komisch, werte Kameraden.

Advertisements
Kategorien:Allgemein, NPD
  1. 26. Juli 2011 um 19:07

    Warum ist hier von einer „Volksunion NPD“ die Rede? Eine Fusion zwischen NPD und DVU hat es bis jetzt nicht gegeben und wird es voraussichtlich auch nicht geben.

    Beide Parteien sind nach wie vor beim Bundeswahlleiter als eigenständige Parteien registriert. Auch ist die NPD dort nicht als NPD – Die Volksunion erfasst.

    http://www.dvu-nds.de/2011/01/gericht-untersagt-npddvu-verschmelzung/

    http://www.dvu-nds.de/2011/06/die-klage-das-hauptsacheverfahren/

  2. Balmung
    26. Juli 2011 um 19:54

    Hallo Grafenwalder!

    Das klingt ja alles gut, aber wir haben in Deutschland kaum nennenswerte Parteien rechts von CDU/CSU, da ist schlichtweg ein Vakuum. Deine Ratschläge Richtung NPD mögen ja nicht falsch sein, aber dem Wähler der gern eine national-konservative oder deutsch-nationale Partei ohne den Stallgeruch der Brummelbraunen wählen würde hilft das nicht, weil wir einfach keine haben. Wir haben keine FPÖ, keine Wahren Finnen, oder irgendeine der gemäßigten europäischen Rechtsparteieen(die von den Linken sowieso in den selben Topf geworfen würden). Was ist die Alternative zwischen NPD und weiter so?

    Mit patriotischem Gruß Balmung

    PS: Übrigens finde ich es widerlich wie die linke Schweinejournaille die Tat dieses Irren, in ihrem Krampf gegen „Rechts“ für sich instrumentalisiert!

    • Grafenwalder
      26. Juli 2011 um 20:43

      Die NPD wird meiner Meinung nach niemals dieses Vakuum füllen können, solange sie eben diesen Stallgeruch der Braunen nicht ablegt. Warum z.B. wird hier völlig unnötigerweise das Fass 20. Juli aufgemacht? Das ist in meinen Augen fast schon Selbstsabotage. Damit sollen doch genau wieder die Braunen bedient werden. Das zeigt doch wieder die Rückwärtsgewandtheit der Partei, eben alles auf das Dritte Reich fixiert.

      Wenn die NPD endlich diesen Quatsch einmal auf Dauer weglassen würde, dann würde man ihr das vielleicht sogar irgendwann abnehmen mit dem rechtsstaatlichen Kurs. Ob nun aufrichtig oder nicht. Aber im Gegenteil, die meinen noch, sie wären super-genial, weil sie damit evtl. (Negativ-)Schlagzeilen erzeugen. Das hälst du doch nicht aus…

  3. 26. Juli 2011 um 23:26

    Ich denke wir sind uns darin einig daß die Linken, Presse und Politik wie immer mehr Kontrolle und Verbote zb. der NPD fordert. Man kann zur NPD stehen wie man will, aber die Wahnsinnstat eines Einzelgängers in Norwegen, hat nichts mit rechten oder ultrarechten Parteien in Deutschland zu tun. Zu der Aussage „Protestwähler, die einfach nur das Unappetitlichste ankreuzen, was auf dem Stimmzettel steht.“ kann ich nur sagen. Die Linken und die Grünen sind genau so Unappetitlich. Die einen sind in der Nachfolgepartei der Mauermörder, und die anderen haben in Ihren Reihen bekennende Kinderschänder (Cohn-Bendit). Die haben aber in den Medien gute Freunde, was anscheinend genügt um sich jede Schweinerei leisten zu können. Zu der rechten Konservativen Alternative zähle ich die Republikaner, weswegen ich in dieser Partei aktiv bin. Obwohl wir mit Sicherheit nicht radikal sind, werden wir von der Presse angefeindet und verunglimpft. Beiträge im Stadtrat entweder nicht veröffentlicht oder verfälscht wiedergegeben.
    Trotzdem erzielen wir hier in Pirmasens durch konstruktive Arbeit seit Jahren Wahlergebnisse zwischen 5 und 12 %. Das ganze ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Mit ein paar Sprüchen in Internetforen kann man nichts bewegen.

  4. brueckenbauer
    27. Juli 2011 um 00:20

    Der 20. Juli wird hier sachlich zu Recht herangezogen, weil es sich dabei ebenfalls um ein Attentat handelte. Auch Breivik hat sich ja auf die antihitlerische Resistance in Norwegen als Vorbild berufen.
    Man kann natürlich der unlogischen Volksmeinung entgegenkommen, die „gegen Gewalt“ ist, aber für Elser und Stauffenberg. Aber Unlogik ist immer anstrengender als Logik, und lohnt sich das? Wähler gewinnt man mit genz anderen Dingen.

  5. blacksun87
  6. 27. Juli 2011 um 14:57

    Guten Tag Bunzelrepublik,weiss jemand was mit deutschlandecho los ist?
    gruss

    • Grafenwalder
      27. Juli 2011 um 18:18

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: