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Es hat begonnen

Na also. Die Schlacht um die CAMPUS ist eröffnet. Die Spitzen beider Armeen traffen nun erstmals bei Neubiberg aufeinander. Nachdem der Böckersche Haufen letzte Woche durch seine unerhörte Ausübung der Meinungsfreiheit aufgefallen war, und somit kriegsähnliche Zustände mit dem dressierten und gleichgeschalteten Medien-, Polit- und Wissenschafts-Establishment geradezu provoziert hatte, wurde er nun gestern von eben deren Aufklärern erwartungsgemäß gesichtet. Nachdem die „wahren, guten und schönen Rechten“, bestehend aus einem Zug „Junge Freiheit“ und einem Zug „Sezession“ den Konflikt gewissermaßen auf strategischer Ebene begonnen hatten, wird nun gegen die überwältigende Übermacht planmäßig in die taktische Defensive gegangen.

Die Sturmgeschütze der political correctness, namentlich WELT, SPARGEL und BLÖD, eröffneten sofort das Feuer, als sie der Speerspitze der gefährlichen und bösen Rechten gewahr wurden. Danach meldete sich die Uni-Präsidentin mit folgender Rund-Mail an ihre Schäfchen, um sie vor den geifernden rechten Wölfen zu warnen:

Sehr geehrte Studierende,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität

in der von unseren Studierenden herausgegebenen Zeitschrift Campus (01/11) ist auf Seite 27 eine Anzeige des “Instituts für Staatspolitik(IfS)” geschaltet. Dieses Institut wurde im Jahr 2000 durch Personen aus dem engsten Umfeld der “Jungen Freiheit” gegründet mit dem Ziel der Bildung “geistiger Eliten”. Es ist damit dem weiteren Bereich der sog. “Neuen Rechten” zuzuordnen. Die dort beworbene Schrift “Die Frau als Soldat” entspringt einer eigenen Veröffentlichungsreihe, wie ersichtlich.

Weder die “Junge Freiheit” noch das “Institut für Staatspolitik” sind derzeit Objekt der Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Somit kann der Bezug der Schriften grundsätzlich jeder und jedem Einzelnen, auch jeder und jedem einzelnen Studierenden, nicht untersagt werden. Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass nach meiner Auffassung hier eine politische Nähe zum Rechtsextremismus nicht auszuschließen ist und dass diese Affinität zur “Neuen Rechten”, die mit der Schaltung der Anzeige in unsere Universität einzieht, eine politische Richtung auf den Campus bringt, die weder an der Universität noch auch im Bereich des BMVg hingenommen werden kann.

Wenngleich die Universität die Meinungsfreiheit des Einzelnen als hohes Gut der Demokratie schützt und garantiert, sehen wir doch in einer Verbreitung dieses geistigen Gedankenguts einen potenziellen Herd für eine Näherung an den Rechtsextremismus, die wir schon im Grundsatz verhindern wollen. Somit wird jegliche weitere Werbung von Organen der”Neuen Rechten” hiermit untersagt.

Ich weise auch darauf hin, dass der Bezug kostenloser Leseexemplare, der in der Anzeige beworben wird, dem “Institut für Staatspolitik” dazu dienen wird, Adressen von Beziehern der Schrift zu speichern.

Bitte denken Sie über diese Entwicklungen nach!
Mit den besten Grüßen
M. Niehuss
Präsidentin

Die Antwort der rechten Kinderfresser und gar bösen Unmenschen (man munkelt, sie hätten sogar Gaskammern in ihren Kellern …) erfolgte auf dem Fuße:

Sehr geehrte Unimitglieder, werte Kameraden,

wir, einzelne Redakteure der CAMPUS, beziehen uns auf die E-Mail der Präsidentin, Professor Merith Niehuss, die sie am 8. Juli 2011 mit Bezug auf die Ausgabe 1/11 an alle Unimitglieder geschickt hat. Leider hat Frau Professor nicht das Gespräch mit uns gesucht, bevor sie ihre inhaltlich unhaltbare Mail an alle versandt hat. Somit sehen wir uns veranlasst, einige Dinge richtig zu stellen.

Frau Professor bezieht sich in ihrer Mail auf die Werbung für das Institut für Staatspolitik (IfS) auf Seite 27. Sie sieht in der “Verbreitung dieses geistigen Gedankenguts einen potenziellen Herd für eine Näherung an den
Rechtsextremismus” (sic!).

Wir halten uns nicht mit der Frage auf, was der Unterschied zwischen “Gedankengut” und “geistigem Gedankengut” wohl sein könnte. Wir stellen lediglich fest, dass die Wendung “potenzieller Herd” der Inbegriff an Vagheit ist. Alles Mögliche könnte für alles Mögliche ein “potenzieller Herd” sein.

Wenn sie zudem schamlos bedauert, dass sie den Bezug der IfS-Schriften nicht untersagen kann, dann drängt sich die Frage auf, was sie alles untersagen würde, wenn sie es denn könnte.

Ferner erläutert Frau Professor, dass eine “politische Nähe zum Rechtsextremismus” nicht ausgeschlossen werden kann. “Politische Nähe” zu
XY kann bei niemandem “ausgeschlossen” werden, noch nicht einmal bei Professor Niehuss selbst. Zudem wissen wir als Geisteswissenschaftler,
dass die Wendung “politische Nähe zum Rechtsextremismus” als wissenschaftliches Konzept völlig unbrauchbar ist. Wie etwa sollte “politische Nähe” definiert werden?

Als politische Polemik ist dieser Begriff jedoch sehr nützlich. Aus unserer Sicht nutzt sie ihre Position als Präsidentin, um mit irreführenden Formulierungen völlig legitime, aber missliebige Einstellungen zu unterbinden – weicher kann dieser Vorgang nicht beschrieben werden.

Die Präsidentin ist außerdem über den Datenschutz ihrer Studenten besorgt. So weist sie darauf hin, dass “der Bezug kostenloser Leseexemplare, der in der Anzeige beworben wird, dem ‘Institut für Staatspolitik’ dazu dienen wird, Adressen von Beziehern der Schrift zu speichern.” Das ist richtig, aber das wäre auch bei einem Abonnement von “Schöner Wohnen” der Fall.

Ferner hat sie richtigerweise festgestellt, dass das als gemeinnützig anerkannte IfS nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Im gleichen Atemzug hätte sie feststellen können, dass auch die OHG, Bundeswehrverband oder Roberts Friseurladen nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Wenn die zuständigen Behörden kein Interesse am IfS zeigen, warum schwingt sie sich dann zur moralischen Instanz auf?

Sie schreibt auch, dass die Werbung auf Seite 27 “eine politische Richtung auf den Campus bringt, die weder an der Universität noch […] im Bereich des BMVg hingenommen werden kann.”
Diese Aussage ist insofern vielsagend, als dass Frau Professor sich zweierlei Dinge erlaubt:

1. Sie spricht im Namen des BmVg;
2. sie ist nicht in der Lage, legitime, aber missliebige Einstellungen
hinzunehmen.

Soll das die beklemmende Stimmung an unserer Universiät sein? Das würde eine fatale geistige Enge bedeuten. Das Verhalten der Präsidentin kommentieren wir, indem wir die salbungsvollen Schlussworte der Präsidenten-Mail zitieren: “Bitte denken Sie über diese Entwicklungen nach.”

Mit freundlichen Grüßen
xx, xx, xx

PS: Wir schreiben in unserer Eigenschaft als CAMPUS-Redakteure. Der Inhalt dieser E-Mail wird nur von den Unterzeichnern getragen. Wir schreiben nicht im Namen der Redaktion. Nebenbei bemerkt: Die Redaktionsmitglieder und freien Mitarbeiter der CAMPUS sind politisch und weltanschaulich glücklicherweise höchst heterogen. Somit haben wir das verwirklicht, was wir uns auch für die Universität wünschen.

PPS: Wir weisen darauf hin, dass xx und xx
regelmäßige Autoren der Wochenzeitung “Junge Freiheit” und der Zeitschrift “Sezession” sind.

Überall knallt es jetzt! Hei das ist ja spannender als eine Partie Risiko! 😀

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