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„Die Leute haben gelacht über die Horrorszenarien im ausländischen Fernsehen“

Die Japaner nehmen das Geschmiere und Geschrei der deutschen Drecksjournaille nicht ernst. Viele Deutsche leider schon. Gestern hatte ein Münchner Professor und „Experte“ im ZDF verkündet, der Atomunfall von Japan werde zur schlimmsten Katastrophe in der Geschichte der Kernenergie-Nutzung führen. Wir werden sehen.

Die beste deutschsprachige Informationsquelle zum nuklearen Hype ist wohl Fakten-Fiktionen. Dort gibt es mehrmals täglich Wasserstandsmeldungen. Im Moment gibt es eigentlich 2 Parallelwelten: Einen Unfall in einem japanischen Kernkraftwerk, dessen Folgen noch gar nicht realistisch vorherzusagen sind, der aber nur eine Folge des katastrophalen Erdbeben-/Tsunami-Unglücks ist. Wegen dieser Naturkatastrophe haben die Japaner im Moment auch ganz andere Probleme als ein unbrauchbarer Reaktor. Dieser ist nur ein kleiner Teilaspekt dieser Collage des Schreckens, Millionen Menschen müssen versorgt werden, das Stromnetz und die Infrastruktur wieder zum Laufen gebracht werden, Überlebende geborgen werden, und, und, und.

Auf der anderen Seite eine gigantische Medienhysterie in der BRD, und zwar ausschließlich dort, einmalig auf der Welt. Obwohl es in Deutschland keine Erdbeben dieser Stärke und keine Tsunamis geben kann, obwohl wir unseren Energiebedarf in absehbarer Zeit niemals ohne Atomenergie werden decken können.

"(Die Fassade) ist mit viel Staub und Getöse durch die Explosion davon gefegt worden. Ein spektakulärer Anblick, aber für diesen Störfall günstig, da so die Explosionswelle ins Freie gelangen konnte."

Derweil rückt ein anderer Experte die Geschehnisse in Japan ins rechte Licht. Auszüge aus einem Artikel vom Blog des FDP-nahen „Liberalen Instituts“:

Japan ist nicht die Sowjetunion!

Warum wird Fukushima kein Tschernobyl werden?

[…] Lediglich die im System gespeicherte Wärme und die Nachzerfallswärme der Spaltprodukte können noch wirksam werden. Es ist weniger als 10% der ursprünglichen Leistung. Weiterer Vorteil war, dass das Nachkühlsystem noch etwa eine Stunde gelaufen ist. Bis zum Ausfall der Stromversorgung dürfte die Wärmeleistung des Kerns auf ein Prozent seiner Ausgangsleistung abgefallen sein. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ein Prozent sind immer noch einige Megawatt. Eine recht hohe Leistung, aber viel zu wenig, um radioaktives Material wie ein Vulkan auszuwerfen. Genau das, geschah aber in Tschernobyl. Außerdem scheinen in Fukushima sowohl der Druckbehälter, das Containment (gasdichter Stahlbehälter), wie auch das umgebende Schutzgehäuse „gegen Einwirkungen von Außen“ aus Stahlbeton noch vollständig in Ordnung. Beides war in Tschernobyl gar nicht vorhanden! Drei Barrieren, die erst mal überwunden werden müssen!

Was ist in Fukushima eigentlich explodiert?

Oberhalb des Reaktors befindet sich ein Kran, der bei Inspektionen die tonnenschweren Abdeckungen des Reaktors bei Seite heben kann. Damit man bei solchen Arbeiten nicht im Regen steht, ist dieser Rahmen aus Stahlträgern mit einer Fassade verkleidet gewesen. Diese ist mit viel Staub und Getöse durch die Explosion davon gefegt worden. Ein spektakulärer Anblick, aber für diesen Störfall günstig, da so die Explosionswelle ins Freie gelangen konnte.

[…]

Welche Radioaktivität und wie viel wurden freigesetzt?

[…] Um ein Versagen des gasdichten Containments zu verhindern, ist im Notfall vorgesehen, den Überdruck kontrolliert abzubauen. Man muss also ein Gemisch aus Dampf und gasförmigen Spaltprodukten in (üblicherweise über den Schornstein) in die Umgebung ablassen. Dies ist wie vorgesehen über eine Filterstrecke geschehen. Nur lassen sich leider die Edelgase praktisch nicht durch Filter zurückhalten. Sie gehen durch den Schornstein und sind als radioaktive Wolke messbar. Für Mensch und Tier sind diese Gase relativ ungefährlich, da sie nicht über die Nahrungskette aufgenommen werden können und sich ohnehin sehr schnell verdünnen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Störfall inzwischen auf die Kategorie 4 (Harrisburg 5, Tschernobyl 7) zurückgestuft wurde. Umgangssprachlich bedeutet die Kategorie 4: Reaktor Totalschaden, aber kaum Auswirkungen auf die Umgebung.

Was könnte noch passieren?

Wahrscheinlich befindet sich im Containment ein zerstörter Reaktor in einer radioaktiven Brühe. Die größte Gefahr ist daher ein weiteres schweres Beben oder ein noch größerer Tsunami bevor dieser „Dreck“ beseitigt ist. Eine auf jeden Fall sehr kostspielige und langwierige Arbeit, die da auf Japan zu kommt. Irgendwelche Kernschmelzen, die sich in den Untergrund fressen kann man jedenfalls getrost Hollywood und manchen „Deutschen Qualitätsmedien“ überlassen. Realistisch sind sie nicht!

[…] weiterlesen

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Kategorien:Allgemein
  1. 14. März 2011 um 19:22

    Die Grünen wittern durch die dramatischen Ereignisse in Japan Morgenluft.

    Die Atom-Falle
    http://www.dvu-nds.de/2011/03/die-atom-falle/

  2. Romantiker
    14. März 2011 um 20:51

    Wie konnte man in einer Schweizer Zeitung nach Sarrazin vor einiger Zeit lesen. Es gibt kein Land, in der tatsächliche Bedeutung und Reproduktion in den Medien so weit auseinander liegen, wie in Deutschland. Allerdings scheinen in Deutschland allgemein die Menschen etwas anders zu ticken:

    Dazu ein guter Artikel aus deinen Blog-Empfehlungen: http://cdu-politik.de/2011/03/14/anti-atom-kampagne-wie-die-linke-uber-leichen-geht/

    Ehrlich gesagt würde ich schon was vermissen, wenn es nicht so wäre. Ich vermisste ja schon den häßlichen Deutschen: http://www.welt.de/print/wams/politik/article12797783/Nachruf-auf-den-haesslichen-Deutschen.html
    Wenn der linke, politisch korrekte, hysterische und Besserwisser-Deutsche noch ausstirbt, bleibt nur nur der orientalische Draufgängertyp über. Darauf kann ich verzichen. 😉

    Ansonsten hast du Recht, ziemlich unsachlich das Ganze.

    Allerdings hab ich mir vorhin eine Dokumentation zu Tschernobyl auf YT angeschaut. Dort wäre beinahe halb Europa unbewohnbar für tausende von Jahren geworden. Ich halte deswegen AKWs für eine ziemlich unverantwortliche Sache. Auch, wenn sie 99,9999999 % sicher sind-ganz ausschließen kann man nichts.

  3. bavarikus
    14. März 2011 um 21:36

    Vielen Dank für diese Informationen.

  4. 14. März 2011 um 22:00

    „Irgendwelche Kernschmelzen, die sich in den Untergrund fressen kann man jedenfalls getrost Hollywood und manchen „Deutschen Qualitätsmedien“ überlassen. Realistisch sind sie nicht!“

    Ich werde Dich an diese Aussage erinnern, Kollege Grafenwalder, der Du ja nicht widersprichst….

  5. 15. März 2011 um 11:44

    „für diesen Störfall günstig, da so die Explosionswelle ins Freie gelangen konnte.“

    Noch günstiger ist das Bersten der Schutzhülle um den Brennstoff. Da können massenhaft strahlende Teichen ins Freie gelangen und Japan kann beweisen, daß es aus den Katastrophen von Hiroshima und Nagasaki ein für alle mal gelernt hat. Daß die Japaner auch verstrahlt der freien Marktwirtschaft nachgehen können. A l l e s heherrschbar, Juhu..

  6. blacksun87
    15. März 2011 um 20:52

    Kam mir je schon wieder alles so spanisch vor…

    die völlig perversen linksgrünen freuen sich nun natürlich…

  7. 16. März 2011 um 14:11

    „Ich werde Dich an diese Aussage erinnern, Kollege Grafenwalder, der Du ja nicht widersprichst….“

    Na, lieber Grafenwalder, Schmelze unrealistisch?

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