Startseite > Allgemein, Islam > Kann Israel ohne das Westjordanland überhaupt überleben?

Kann Israel ohne das Westjordanland überhaupt überleben?

Dieser israelische Propagandafilm sagt: Nein! Und bei den geringen Entfernungen in der Region (Der Winz-Staat Israel wäre -ohne Palästinensergebiete- an einer Stelle nicht einmal 15 km breit) muss man attestieren: Es ist was dran.

Die Diskussion hierüber gewann durch die Israel-Visite verschiedener europäischer Rechtsparteien wieder an Aktualität. Vor allem René Stadtkewitz äußerte durchaus Verständnis für die in Israel weit verbreitete Sicht, wonach man die Besetzung des Westjordanlands (auch: Judäa und Samarien) nicht aufgeben solle.

Blenden wir mal den Gaza-Streifen der Einfachheit halber aus. Aus Gründen der nationalen Sicherheit besetzte Israel 1967 die Palästinensergebiete, in denen die Araber mittlerweile auch gewisse Autonomierechte geniessen (ähnlich den Sorben in Deutschland, die ja auch ihren Siedlungsraum auf deutschem Staatsgebiet haben). Die Autonomie geht sogar so weit, daß kein Araber  Militärdienst zu leisten braucht, weder aus den Palästinensergebieten, noch aus dem israelischen Kerngebiet.

Die Errichtung eines Protektorats ist nichts ungewöhnliches, war doch selbst ein ganzer Kontinent, Indien in der Vergangenheit ebenso ein Protektorat Englands. Während England etwa keinen legitimen Anspruch auf Indien besaß, gibt es im Falle des Westjordanlandes immerhin eine mögliche historische Rechtfertigung, da das Gebiet schon vor Jahrtausenden die Heimat der Juden war.

Die Kontrolle über die Palästinensergebiete war und ist Israel aus militärstrategischen Gründen wichtig, weil dieser lange Landstreifen bis in die Mitte Israels hineinreicht. Ohne ihn wäre es nur noch ein praktisch nicht mehr zu verteidigender, 20 bis 30 km breiter Küstenstreifen (siehe Video). Die Araber ließen niemals einen Zweifel daran, dass sie Israel angreifen und vernichten wollen, und es gibt daher auch keinen Grund, diesen feindlichen arabischen Brückenkopf direkt an Israels Grenze hinzunehmen und die israelische Kontrolle aufzuheben.

Israels Entscheidung war und ist geographisch, historisch, politisch, militärisch und wirtschaftlich folgerichtig und logisch. Dass dies natürlich nicht im Interesse der Araber, der gesamten mohammedanischen Welt, und natürlich auch der Nazis ist, die etwas von einer „jüdischen Weltverschwörung“ fabulieren, steht allerdings außer Frage. Demzufolge war spätestens damit auch endlich ein „Grund“ gefunden, um wieder gegen die Juden zu hetzen.

Advertisements
Kategorien:Allgemein, Islam
  1. EUROPIUM
    12. Januar 2011 um 15:43

    Danke für den Artikel und die Verlinkung des Videos. Die strategischen Überlegungen sind alle nachvollziehbar und erscheinen logisch. Und ich halte es auch für extremst wichtig, dass sich die deutsche Nationale endlich von dem Gedanken der ewigen Judenfrage befreit, denn Fakt ist: Auf unseren Straßen haben wir keine Probleme mit Juden, mit anderen Kreisen jedoch schon. Von daher: Neutralität mit Isreal für alle nationalen Kräfte! Gemeinsamkeiten nutzen statt Spaltung durch Hassliebe zum nahen Osten!

    • Willi
      13. Februar 2011 um 20:32

      Niemals werden aufrechte Nationalisten beim Thema Judenfrage einlenken. Schließlich bestimmen Juden die Politik in Deutschland und es vergeht kein Tag an dem sie nicht gegen Patrioten und Nationalisten hetzen. Zum Thema Judenfrage empfehle ich diesen kurzen Film:



  2. Universum
    12. Januar 2011 um 21:58

    Ich finde auch, dass die deutsche Rechte endlich mal aufhören sollte, sich ständig krampfhaft mit Israel (ob nun dafür oder dagegen) zu befassen.

    Weniger (Außenpolitik) ist manchmal mehr…

    • Federschlag
      13. Januar 2011 um 01:53

      Das ist völlig meine Meinung.

      Vielleicht sollten diese Leute statt auf die Palästinenser und Israels sich mal auf die deutsche (Noch-)Mehrheit im besetzten Südtirol konzentrieren, das wäre eine deutlich bessere Außenpolitik! Wieso aber hält man sich hier zurück, während man sich unglaublich für ein Land in einem anderen Erdteil einsetzt?

      • Grafenwalder
        13. Januar 2011 um 13:52

        @Universum & Federschlag
        Mich würde aber trotzdem Eure Meinung hierzu interessieren.

  3. blacksun87
    13. Januar 2011 um 00:35

    „Die Autonomie geht sogar so weit, daß kein Araber Militärdienst zu leisten braucht,“

    Das ist doch kein Zufall und du denkst das wäre etwas positives für die Araber?^^
    Es ist einfach nur schlau(eigentlich normal..) keine Fremden in die eigene Armee zu lassen!

    Wenn Isreal sich ausbreiten darf, dann können wir auch die Ostgebiete fordern!
    Das mit Isreal mag Jahrhunderte her sein, unsere Ostgebiete und Großdeutschland (Also + Österreich/ Großbritanien darf man ja auch sagen 😉 noch nicht so lange!

  4. BW
    13. Januar 2011 um 19:23

    „Die Autonomie geht sogar so weit, daß kein Araber Militärdienst zu leisten braucht, weder aus den Palästinensergebieten, noch aus dem israelischen Kerngebiet.“

    Es wäre ja auch ziemlich dämlich z.B. künftige Hamas-Kämpfer auch noch milit.auszubilden.

    „Die Errichtung eines Protektorats ist nichts ungewöhnliches, war doch selbst ein ganzer Kontinent, Indien in der Vergangenheit ebenso ein Protektorat Englands“

    Ach so,aber das „Protektorat Böhmen und Mähren“ war dachte ich doch was ganz toll böses und schlimmes oder gilt das nur weil das die bösen Deutschen gemacht haben?

    Aus israelischer Sicht ist das alles ganz logisch und richtig,aber dann können sie auch die Karten auf den Tisch legen und sich nicht mehr mit diesen nervigen Friedensprozeß aufhalten.

    Ansonsten gebe ich Federschlag völlig Recht,deutsche Interessen vor fremden!

  5. Grafenwalder
    13. Januar 2011 um 21:52

    BW :

    „Die Autonomie geht sogar so weit, daß kein Araber Militärdienst zu leisten braucht, weder aus den Palästinensergebieten, noch aus dem israelischen Kerngebiet.“

    Es wäre ja auch ziemlich dämlich z.B. künftige Hamas-Kämpfer auch noch milit.auszubilden.

    Bei Dir sind also alle Araber potentielle Hamas-Terroristen?

    „Die Errichtung eines Protektorats ist nichts ungewöhnliches, war doch selbst ein ganzer Kontinent, Indien in der Vergangenheit ebenso ein Protektorat Englands“

    Ach so,aber das „Protektorat Böhmen und Mähren“ war dachte ich doch was ganz toll böses und schlimmes oder gilt das nur weil das die bösen Deutschen gemacht haben?

    Wenn man sich die Ansichten der typischen Rechtsextremisten anschaut, ist es leider genau umgekehrt: Die Besetzung Tschechiens durch Hitler war rechtens, aber die Maßnahmen Israels werden verurteilt. Findest Du das nicht auch verlogen?

    Aus israelischer Sicht ist das alles ganz logisch und richtig,aber dann können sie auch die Karten auf den Tisch legen und sich nicht mehr mit diesen nervigen Friedensprozeß aufhalten.

    „Israel“ ist leider keine einzelne Person, sondern eine komplexe Gesellschaft mit unterschiedlichen Handelnden, die verschiedene Ziele, Ansichten, usw. haben.

    Ansonsten gebe ich Federschlag völlig Recht,deutsche Interessen vor fremden!

    Niemand hat jemals etwas anderes behauptet. Es geht hier überhaupt nicht um Deutschland, sondern ausschließlich um Israel.

    • BW
      13. Januar 2011 um 22:26

      „Bei Dir sind also alle Araber potentielle Hamas-Terroristen?“

      Natürlich nicht,wenn es da unten wirklich richtig zur Sache gehen würde,auf welche Seite würden sich wohl die meisten Araber stellen?Israel sieht ja selbst alle Nachbarstaaten als Bedrohung an.

      „Die Besetzung Tschechiens durch Hitler war rechtens, aber die Maßnahmen Israels werden verurteilt. Findest Du das nicht auch verlogen?“

      Im Artikel wird die Besetzung Indiens oder Palästinas als zumindest nachvollziehbar dargestellt,die Besetzung Tschechiens(welche ja auch milit.Gründe hatte)als zum Himmel schreiendes Unrecht.Richtig,finde ich schon ein bischen verlogen.Gleiches Recht für alle.

      • Grafenwalder
        13. Januar 2011 um 22:33

        Ich glaube, du bringst da was durcheinander, niemand hat behauptet, die Besetzung Tschechiens sei himmelschreiendes Unrecht. Aber zurück zur Sache: Wenn also gleiches Recht für alle gilt, und die „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ i.O. war, dann müsste doch auch die „Zerschlagung Rest-Palästinas“ i.O. sein, oder?

      • Federschlag
        14. Januar 2011 um 01:00

        @Grafenwald:

        Ich denke, das kann man gar nicht vergleichen. Wenn man es ganz, ganz rational und unvoreingenommen sieht, dann ist die Errichtung des böhmisch-mährischen protektorats viel mehr gerechtfertig als die britische Inbesitznahme Indiens etc. Böhmen und Mähren waren sehr lange Zeit Gebiete, wo viele Deutsche siedelten, während das in Indien nie der Fall war.

        Aber das Thema Münchener Abkommen und Zerschlagung der („Rest“-)Tschechei sind ein ganz anderes Thema.

      • Universum
        14. Januar 2011 um 17:09

        Interessant ist, dass Prag einst die Hauptstadt des Deutschen Reiches war, auch wurde dort die allererste deutsche Universität gegründet…

  6. BW
    13. Januar 2011 um 22:47

    Wilkommen im Teufelskreis,wie ich als national denkender Deutscher die Besetzung von Ostdeutschland durch Polen verurteile,würde ich wenn ich ein rechter Pole vermutlich an diesen Gebieten festhalten.
    Ich verstehe die Situation der Israelis,welche sich bedroht fühlen und die Situation der Palestinenser,welche gegen eine überlegene Besatzungsmacht kämpfen.
    Die Lösung kann eigentlich nur eine 2-Staatenlösung sein(von mir aus das ganze Land halbieren oder wie auch immer).
    Es sollte aber nicht unser Problem sein,egal auf welcher Seite mann in diesen Konflikt steht.

  7. Federschlag
    14. Januar 2011 um 00:58

    Das große Problem sieht eigentlich so aus:

    Jedes Volk hat das Recht auf ein Gebiet, wo es sich staatlich organisieren und siedeln kann. Auch die Juden haben dieses Recht daher. Nur ist die Wahl das Raumes nicht leicht – wo sollen sie siedeln? Der einzige Ort, der (geschichtlich) in Frage käme, ist wohl Palästina. Nur: Dort leben seit über 1000 Jahren andere Völker. Man kann nach über 1000 Jahren nicht einfach ein Gebiet zurückfordern – da könnten die Schweden ja auch ganz Osteuropa als ehemals gotisches Gebiet wiederfordern. Das ist eigentlich das Dilemma: Die Rechte zweier Völker beißen sich hier gewaltig. Man kann das Recht des einen nur erfüllen, indem man einem anderen ein Leid antut.

    Das ist meine Sicht der Dinge und ich habe daher auch keine Ahnung, wie man am Besten vorgehen sollte.

    Auch wenn es hart klingen mag, aber ich würde mir fast wünschen, daß die Nationalsoszialisten ihren Madagaskar-Plan radikal umgesetzt hätten. Dann wäre Israel heute da unten und die Gebietszugehörigkeit so gesichert wie die Besatzung großer Teile Ostdeutschland durch Polen. Vielleicht gäbe es dann diese blutigen Konflikte gar nicht. Aber wer weiß … man kann nie sagen, wie es kommt.

    Ich hüte mich auf jeden Fall, zu sagen, daß eine Partei im Recht wäre. Diese ganze Pro- und Contra-Israel-Sache kotzt mich ziemlich an …

    • Universum
      14. Januar 2011 um 17:13

      Zur Territorialfrage gibt es noch einen anderen interessanten Aspekt, nämlich die „Jüdische Autonome Oblast“ in Russland, die schon 1928 als eine Art sowetisches Israel gegeründet wurde, bis heute existiert und sogar gut 50% größer als das heutige Israel ist…

      • Kommentator
        16. Januar 2011 um 00:25

        @Universum:
        Die jüdische Republik Birobidschan ist nicht 50% größer, sondern fast 100% größer als das derzeitige Israel. Also doppelt so groß. Zudem ist es ein deutlich fruchtbareres Gebiet. Das Gebiet wurde aber bislang nur halbherzig besiedelt, da aus ausschließlich angeblichen religiösen Gründen ein Territorium an der östlichen Mittelmeerküste ins Auge gefaßt wurde. Aus denselben Gründen wurde dann auch der Entschluß zur Vertreibung und zum Völkermord an den dort wohnenden Arabern gefaßt.
        Insofern erledigt sich auch die ganz oben gestellte Frage:
        Natürlich braucht „Israel“ das Westjordanland nicht. Zum ersten gehört es nicht „Israel“, sondern den dort lebenden Menschen deren Heimat es ist und zum zweiten kann „Israel“ das ihm zur Verfügung gestellte Territorium Birobidschan besiedeln und bewirtschaften ohne in Zukunft irgendwelche Konflikte oder Interessenkollisionen befürchten zu müssen.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: