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Dieses Foto ließ die NPD 1969 an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern

NPD "Saalschutz"

Das Bild der Fotografin Barbara Klemm entstand 1969. Glaubt man ihrer Interpretation, dann trug es wesentlich dazu bei, dass die NPD den Einzug in den Bundestag nicht schaffte. Nach der Bundestagswahl in jenem Jahr, bei der die NPD immerhin 4,3% erhielt, ging es mit der Partei dann stetig bergab.

Doch in jüngster Zeit, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Urnengänge im „Superwahljahr“ 2011, gibt es wieder Optimismus unter der Anhängerschaft der Nationaldemokraten. Mecklenburg-Vorpommern soll verteidigt werden, Sachsen-Anhalt hinzugewonnen und im Sog dieser Erfolge womöglich noch weitere Wahlerfolge eingefahren werden. Überschwängliche Siegesgewissheit und Durchhalteparolen bestimmen die Kommentarspalten im Internet, nicht nur bei DeutschlandEcho.

Wie groß ist der Zusammenhang zwischen Wahlergebnissen und Medienberichterstattung?  Welche Rolle kommt hier insbesondere der visuellen Ebene zu – wie wichtig sind also Bilder?

Die Bildberichterstattung über die NPD ist hinlänglich bekannt: die schwarz gewandete Neonazi-Subkultur, Eigenbezeichnung „Autonome Nationalisten“ oder „Freie Kräfte“, sind das Lieblingsmotiv aller Fotografen und Bildredakteure. Wird die NPD jemals in den Bundestag einziehen können, solange die Presse beliebig aus einem unendlichen Fundus solcher Bilder schöpfen kann? Solange solche Bilder wöchentlich produziert und -zu Recht- der NPD zugerechnet werden können? Ich habe da so meine Zweifel.

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  1. Deutschnationales_ Feigenblatt
    4. Dezember 2010 um 21:17

    Wie geil ist das denn ?! 😉

  2. blacksun87
    4. Dezember 2010 um 21:46

    http://metapolitika.wordpress.com/2010/12/04/3937/

    Wenn man die Leute mit Steinen bewirft braucht man sich da über Helme wundern?

    • mm...
      5. Dezember 2010 um 00:36

      Die Helme waren wohl auch das kleinste Übel.

      • blacksun87
        5. Dezember 2010 um 01:13

        Was dann das ein Dicker dabei ist und etwas komisch angezogen ist?

  3. blacksun87
    4. Dezember 2010 um 22:22

    Man sollte die 5 Prozent Hürde mal gewaltig in Frage stellen!

    5Prozent… wieviele Millionen werden dadurch politisch ausgegrenzt?

    • Tiwaz
      5. Dezember 2010 um 04:45

      Infrage stellen, kann man grundsätzlich alles. Das heißt nur nicht, dass es irgendwas ändern würde.

  4. S.A.S.
    4. Dezember 2010 um 23:27

    Die 5-Prozent-Hürde ist undemokratisch. Deshalb haben wir sie in Deutschland ja auch.

  5. Tiwaz
    5. Dezember 2010 um 04:43

    Na klar, anstelle der Klemm würde ich mir auch einreden, dass es ausgerechnet mein Foto gewesen wäre, das den Bundestagseinzug der NPD verhinderte.

    Vielleicht glaubt sie es auch wirklich, es ist ja allseits bekannt, dass der eigene Standpunkt die Wahrnehmung der Realität ziemlich verzerren kann. Für so eine linke Journalistin verkörperten so ein paar dickwanstige neofaschistische Proleten in Schlägermontur natürlich das Böse in Person, vor dem sich alle Welt mit Grausen abwenden müsse. (Während Mollis und Steine werfende Studenten in gleicher Montur natürlich edle Freiheitskämpfer waren.)

    Unter Umständen hat sie dabei vergessen, dass so ein Anblick jedoch für die „Neo- und Altfaschisten am rechten Rand“, um deren Gunst NPD und CDU damals buhlten (egal ob dick- oder dünnwanstig), vielleicht gar nicht grausig war. Sondern dass die es eher normal fanden, wenn ein Saalschutz so auftritt, in dem Wissen, dass bei NPD-Veranstaltungen ständig randalierende Bolschewisten ankamen, um die Teilnehmer plattzumachen? Und dass diese „Faschisten“ trotz ihrer heimlichen Sympathien für die NPD weiterhin CDU wählten, um einen Zersplitterung des Rechtsblocks zu vermeiden/Frahm zu verhindern/die Ansprüche auf den deutschen Osten zu zementieren oder ganz einfach, weil die Union es in 20 Jahren Regierung bewiesen hatte, dass „sie es kann“?

    Nur so ein Gedanke, vielleicht war es auch das schaurige Foto.

    Ich finds jedenfalls ziemlich bezeichnend, wenn Linke und Liberale damals den dickwanstigen, autoritären und aggressiven Franz-Josef Strauß zum Teufel in Person stilisierten, während seine Klientel ihn als strengen aber gerechten Übervater geradezu geliebt hat.

    Den Franz-Josef könnt ich mir jedenfalls gut vorstellen, wie er eine Truppe wie die oben abgebildete kommandiert, um einen Haufen bolschewistischer Randalierer aufzumischen. Und als dünnwanstiger Neofaschist hätte ich wahlweise applaudiert oder mitgemacht.

    PS: Eine Frage an die Erlebnisgeneration: Wie sahen damals eigentlich die Ordnerdienste von CDU/CSU/JU aus? Täusch ich mich oder hat sich das im Vergleich zur NPD nicht viel genommen?

  6. Rungholt
    5. Dezember 2010 um 05:39

    Wo sind die deutschen Verlöter (Knüppel) von den Jungs da oben?! :))

    • Tiwaz
      5. Dezember 2010 um 13:42

      „Friedlich und ohne Waffen“ sagt das Grundgesetz. Damals wie heute. 😉

  7. 5. Dezember 2010 um 15:52

    Der Schreiber dieser Zeilen hat den damaligen Bundestagswahlkampf noch persönlich erlebt. Ob allerdings dieses Bild so entscheidend war für das Scheitern der NPD sei dahin gestellt.
    Damals schlug unserer Partei und namentlich unserem Vorsitzenden von Thadden auf seiner Deutschlandtour ein geballter Hass und eine Gewalt entgegen, den man sich auch heute kaum vorstellen kann.
    Die heutigen Streitereien sind gegen die damaligen Angriffe unserer Gegner eine Bagatelle.
    Ende der 60er Jahre wurden wir gehetzt und geprügelt wie es heute kaum vorstellbar ist.
    Das gezeigte Foto scheint am Rande einer Versnstaltung in den Cantate Sälen in Frankfurt aufgenommen worden zu sein, als wir uns tatsächlich einmal gewehrt haben.
    Die Masse der damaligen Ordner ( der Dicke wohl nicht ) waren Mitglieder des BGS, die unter Leitung eines vor einigen Jahren verstorbenen Kameraden den Ordnungsdienst für uns übernommen hatten.
    Dass die Presse damals wie heute manipuliert und lügt braucht eigentlich nur am Rande erwähnt zu werden.
    Wie sagte es doch der verstorbene REP Vorsitzende Franz Schönhuber, der zum Schluß auch den Weg zur NPD gefunden hatte, so treffend..wenn wir heute das AVE Maria auf dem Marienplatz in München singen, steht morgen in den Medien..besoffene Nazis grölen das Horst Wessel Lied ..
    In dem Sinne.

    • Tiwaz
      6. Dezember 2010 um 07:27

      Und was mediale Manipulationen mit Hilfe von Bildern anbelangt, müssen wir gar nicht so weit zurückgreifen. Wir erinnern uns doch sicher alle an die kleine Gemeinheit, die sich die BILD gegenüber der Pro-„Bewegung“ geleistet hatte, indem sie ein Foto von diesem niederländischen Suppenkasper mit Hitlerbärtchen als Foto vom „Antiislam-Kongress“ verkauft hatte?

      Das beantwortet schließlich auch Grafenwalders Frage, ob unvorteilhafte Bilder von NPD-Demonstrationen der NPD langfristig schaden werden: Nein, werden sie nicht. Springer und Co. (und nur auf die kommt es an) werden stets für eigenes Bild-Material sorgen, da kann die NPD machen, was sie will.

      Trotzdem ist natürlich jeder NPD-Anhänger gehalten, sich anständig zu kleiden.

  8. Reichsbürger
    5. Dezember 2010 um 16:42

    In Bildern wird immer viel hineininterpretiert.Da es sich um NPD-sympatisanten gehandelt hat wurden sie als unsympathisch dargestellt und als solche abgeurteilt.
    Es ist jedem klar das es in der NPD rassistische Dummglatzen gibt doch die NPD hat sich schon sehr zum positiven verändert und wird dies auch weiterhin tun.
    Lustig ist es allemal wie immer die NPD herangezogen wird um zu zeigen welche Halunkenn diese Partei verbirgt.Da sollte man sich lieber mal bei den anderen Parteien umsehen,denn dort sind die wahren Monster.(SED Trulle Merkel,Schwuchtel Westerwelle,Marzipanschweinchen Steinmeier,die Türken Özdemir und Roth ,Rollstuhlfahrer Schäuble und nicht zu vergessen unser aller liebster Boss des Zentralrates der Islamisten Ali Wulff.

  9. 5. Dezember 2010 um 16:48

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieses Foto Schuld am scheitern der NPD an der 5%-Hürde gewesen sein soll. Entscheident dafür war mit Sicherheit, wie von NPD KV UNNA/HAMM treffend gesagt, die Deutschlandtour des damaligen Bundesvorsitzenden Adolf von Thadden und der damit verbundenen Gewaltexzesse der Linksextremisten, die man damals wie heute, medial der NPD in die Schuhe schieben konnte.
    Wenn es tatsächlich ein Ereignis gab, welches am Scheitern der NPD Schuld trug, dann waren es, im Zusammenhang mit besagter Deutschlandtour, die „Schüße von Kassel“ deren Zustandekommen bis heute nur ungenau geklärt werden konnte.
    Damals jedoch dazu ausreichten, um die NPD über Wochen hindurch in Mißkredit zu bringen.

    • blacksun87
      5. Dezember 2010 um 19:15

      Das Erinnert mich an den Versuch Chavez zu stürzen…

  10. mm...
    6. Dezember 2010 um 00:02

    Reichsbürger :
    …(

    Reichsbürger :
    … die wahren Monster.(SED Trulle Merkel,Schwuchtel Westerwelle,Marzipanschweinchen Steinmeier,die Türken Özdemir und Roth ,Rollstuhlfahrer Schäuble und nicht zu vergessen unser aller liebster Boss des Zentralrates der Islamisten Ali Wulff.

    Bei aller Kritik, und da gibt’s bestimmt eine Menge, sind die mir allesamt lieber als Voigt, Pastörs & Co. Bei deiner unqualifizierten Wortwahl brauchst du dich übrigens auch nicht wundern, wenn keiner mit euch spielt.

  11. REP KV PS-ZW
    6. Dezember 2010 um 00:32

    Der Fotograf ist nicht dafür verantwortlich wenn sich Personen derart gehen lassen wie auf dem Bildauftreten mit dem NPD Saalschutz. Wenn man Tugenden einfordert wie zB. Disziplien, dann muss man bei sich selbst anfangen. Fettleibgkeit, schmuddeliges
    Auftreten ( Kleidung ) sind für mich Zeichen von Disziplinlosigkeit, vermutlich auch mangelhafte Bildung.
    Mit einem solchen Auftreten liefert man natürlich Munition für seine Gegner.

    • 6. Dezember 2010 um 12:58

      Na, darüber können schließlich die Republikaner, zu Zeiten ihrer Erfolge, auch nicht über mangelnde Selbstbeteiligung klagen.

  12. der betroffene
    6. Dezember 2010 um 09:24

    Man sieht, daß man an Allem arbeiten muß: sowohl dem äußerlichen Auftreten als auch an dem, was man so mehr oder weniger überlegt raus posaunt!

  13. mm...
    6. Dezember 2010 um 21:37

    NPD KV UNNA / HAMM :
    ..besoffene Nazis grölen das Horst Wessel Lied ..

    Soll ja in der Tat auch in NPD-Kreisen schon vorgekommen sein. Ob die allerdings jedes Mal besoffen waren, weiß ich nicht.

  14. Lobo
    20. April 2013 um 03:52

    Nun man muss dazu sagen 1968 gab es noch keine XXL Abteilung bei C&A Übergrößen konnte man damals kaum kaufen. Naja da sitzt die Hose nicht richtig das Hemd ist verrutscht sieht nicht besonders Ästetisch aus. Aber dieser Kamerad steht draußen in der Schusslinie von der Antifa und riskiert seine Gesundheit und vielleicht sein Leben für die Partei. Da ist es mir doch Scheißegal ob die Hose sitzt

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