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Sarrazin in München – Nachlese

Das Wichtigste vorweg: Bis jetzt ist noch keine Komplettaufzeichnung der Veranstaltung aufgetaucht, und ob dies je passieren wird, ist fraglich. Dabei war der Bayerische Rundfunk mit vielen Mitarbeitern und Kameras vor Ort, wer weiß, vielleicht wird die Diskussion also doch noch irgendwann ausgestrahlt.

Hier ein kurzer Bericht aus der Abendschau:

Das Presse-Echo ist einhellig: Das „böse“ Publikum hat sich „furchtbar daneben benommen“. Tja, die Leute lassen sich eben nicht mehr alles ungestraft vorsetzen und klatschen dann auch noch höflich Beifall. Die Zeiten sind vorbei. Ein Erfahrungsbericht aus Publikumssicht findet sich bei PI. Fazit dort:

Als irgendwann die Diskussion dann – aus Zeitgründen – beendet wurde, wussten alle: klarer Punktsieg, wenn nicht sogar K.O.-Sieg für Sarrazin. Während er lässig Bücher-signierend und Interviews-gebend auf dem Podium verharrte, zogen sich seine Kontrahenten still und unbeachtet aus dem Saal zurück.

Dieser Abend war ein Menetekel.

Der Bayerische Rundfunk war offenbar auch weniger daran interessiert, die Diskussionsrunde aufzuzeichnen und später auszustrahlen, vielmehr war man damit beschäftigt, die Leute „als geistige Nazis“ zu enttarnen. Suggestive Interviews, tendenziöse Berichterstattung, dazu das mittlerweile bekannte Spiel, „Klischee-Rechte“ anzukarren, um die passenden Bilder und Meinungen zu produzieren. Auch das nachzulesen bei PI.

Literaturhaus-Chef Reinhard Wittmann zeigte sich nach der Diskussion enttäuscht darüber, dass es doch wieder sehr emotional zuging, und wenig über Inhaltliches diskutiert wurde. Das hat er sich aber selbst anzulasten: Hätte er nicht zwei Mitdiskutanten eingeladen, die sogar die grundlegendsten und nicht zu leugnenden Probleme, die im Buch beschrieben werden, im Grunde abstritten, wäre vielleicht auch der Abend anders verlaufen. Aber alles, was den zwei Herren einfiel, war, dass das Buch „nicht mitleiderregend genug geschrieben sei“ (sinngemäß Steingart) und dass die Probleme mit muslimischen Zuwanderern ja nur „einen ganz kleinen Teil migrantischer Realitäten ausmachten“ (sinngemäß Nassehi). Worüber sollte man sich da dann noch konstruktiv unterhalten?

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Kategorien:Allgemein, Deutschland
  1. Grafenwalder
  2. 2. Oktober 2010 um 13:02

    Die Süddeutsche Zeitung, das antifaschistische Hetzblatt,hat Sarrazins Vortrag und das Publikum zuglei zerrissen.

    Hinweis hier:

    http://metapolitika.wordpress.com/2010/10/01/an-der-rechten/

  3. Hartung
    10. Oktober 2010 um 12:55

    Erschreckend, wie tendenziös schon der BR geworden ist. Ich habe sein Buch hier liegen. An keiner Stelle steht etwas davon, dass Muslime dümmer sind als Nicht-Muslime und dass dies an der Genetik liegt. Bitte bei der Wahrheit bleiben!

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