Die Achse PI-?

Politically Incorrect (www.pi-news.net) ist das nach eigenen Angaben „größte politische Blog Europas“. Als solches ist es nicht nur Berichterstatter, sondern mittlerweile auch Player im lustigen Reigen der islamkritischen, rechtsdemokratischen Kräfte innerhalb und ausserhalb des Netzes.

Und so kennt PI einerseits Parteien, Vereine und Personen, die es unterstützt, und über die wohlwollend berichtet wird; und andererseits solche, für die das eben nicht gilt – wie jüngst die Pro-Bewegung feststellen musste. Da sich alles im Fluss befindet, kann hier nur eine Momentaufnahme stattfinden, denn so schnell wie z.B. Pro jetzt ausgebootet wurde, kann sich dies auch wieder ändern, je nach Laune und etwaiger Pläne der PI-Leute. Doch heute, 1. Oktober 2010 ist der Stand folgender:

Organisationen von PIs Gnaden sind:

„Die Freiheit (DF)“ – Stadtkewitz-Partei Berlin

„Bürger in Wut (BiW)“ – Timke-Partei Bremen

„Bürgerbewegung Pax Europa (BPE)“ – überparteilicher Verein gegen Islamisierung.

Warum gerade diese? Nun, wer weiß das schon, ausser die Macher hinter PI selbst. Vermutlich, weil diese keinen „braunen Dunst“ versprühen, d.h. unschuldig und unbefleckt sein wollen und sich deshalb maximal nach „rechts“ abgrenzen. Das Ganze wirkt natürlich grotesk, wenn man bedenkt, dass sich aufgrund dieses Abgrenzungswahns auch BiW und DF gegenseitig voneinander abgrenzen. In der BPE waren oder sind übrigens Personen aus beiden Parteien Mitglied. Udo Ulfkotte, Mitglied bei BiW, trat 2008 aus, weil ihm der Verein „zunehmend extremistisch“ wurde. Just dann wurde Stadtkewitz (DF-Gründer) dort in den Vorstand gewählt.

Der Betrachter fragt sich: Was soll das ganze Theater eigentlich? Persönliche Eitelkeiten und Ränkespiele. Besonders interessant ist hierbei übrigens die Person Ulfkotte. Man fragt sich: Wird nur wegen ihm BiW hofiert? Er scheint tatsächlich über außerordentlich gute Kontakte zu PI zu verfügen. Gerade heute wurde ein Interview zwischen ihm und PI-Reporter Michael Stürzenberger veröffentlicht (übrigens recht sehenswert – vor allem die Andeutungen zu einer möglichen neuen Rechtspartei). Eigentlich erstaunlich, publiziert Ulfkottes Bücher doch der Kopp-Verlag, der auch zahlreiche verschwörungstheoretische Texte verlegt, wovon viele ja bekanntlich nicht gerade „proisraelisch“ sind, um es mal gelinde auszudrücken. Die „Kopp-Nachrichten“ untermauern diese Beobachtung.

Oder ist die Vernetzung und die Verflechtung in Wirklichkeit viel komplizierter, und für einen Außenstehenden überhaupt nicht zu durchschauen? Wird die Zusammenarbeit von PI mit Ulfkotte evtl. eine Annäherung zwischen BiW und DF bewirken, die eigentlich nur logisch und vernünftig wäre? Oder wird sie eher den Graben vertiefen, weil Ulfkotte nie mehr wieder mit BPE kann oder können will oder könnte, oder darf, oder wie , oder was? Kann er Stadtkewitz nicht leiden? Oder will Ulfkotte eigentlich nur Bücher verkaufen, und gibt daher jedem Interviews, vorallem PI, dessen Leser ja exakt seine Zielgruppe sind?

Eines ist sicher: Erfahren wird man es nicht bei PI, da das Blog natürlich weder über sich selbst kritisch berichtet, noch uneingeschränkt über alles andere, was sich ausserhalb ihrer „Favoriten“ im rechten Lager tut. Wer also z.B. über die Aktivitäten der Pro-Bewegung auf dem Laufenden sein will, der wird bei PI nur noch eingeschränkt bedient werden, denn Pro ist dort Persona non grata. Ein jener sollte also auch andere Seiten, wie etwa DeutschlandEcho lesen. Denn nur dort bekommt man, um es mit dem Werbespruch eines  bekannten linksliberalen Zwangssenders zu sagen, „das ganze Bild“.

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  1. Antiislamist
    1. Oktober 2010 um 20:49

    Klasse Artikel, Respekt!

    • VNNO
      2. Oktober 2010 um 11:06

      Respekt,Alter!

  2. Tiwaz
    2. Oktober 2010 um 02:12

    @Grafenwalder

    Nun, wer weiß das schon, ausser die Macher hinter PI selbst. Vermutlich, weil diese keinen „braunen Dunst“ versprühen, d.h. unschuldig und unbefleckt sein wollen

    Also das find ich jetzt schon ein bisschen albern. Man kann von Stadtkewite, Timke und Co. halten, was man will. In Sachen Extremismusverdacht sind sie unbefleckt. Ganz im Gegensatz zu Pro, denen es niemals gelungen ist, einen glaubhaften Bruch mit ihrer Vergangenheit zu vollziehen. Im Gegenteil, dem Vorwurf des Rechtsextremismus wurde durch die Personalpolitik und die internationalen Kontakte (Le Pen, Edelmannova etc.) ständig neue Nahrung gegeben.

    Und genau das war immer der Kritikpunkt Herres und genau deswegen hat er nun den Bruch vollzogen, sobald sich die Alternative bot. Fragt sich, wann irgendjemandem auffällt, dass PI’s Forderungen nach Moscheeverboten und pauschaler Musel-Ausweisung in keinster Weise kompatibel mit dem geliebten Grundgesetz sind und das auf Stadtki zurückfällt. (Falls aus dem überhaupt was werden sollte.) Wenn’s soweit sein sollte, gibts halt die nächste Bruchlinie.

    Tja, so sind halt die Regeln dieses albernen Spiels. 😉

  3. 2. Oktober 2010 um 12:56

    Glückwunsch zu diesem Artikel, Grafenwalder. S o sollte man schreiben.

  4. Normalo
    3. Oktober 2010 um 13:38

    Toller Artikel Grafenwalder.

    Ich möchte meine Meinung dazu kundtun:

    Es ist verworren. Warum ist es verworren?

    Weil wir Initiatoren und Intention nicht kennen.

    Bei den Islamisten ist sie klar. Bei den Globalisten ebenfalls. Die Gutmenschen sind nur Trottel am Bein des ein oder anderen.

    Die Verworrenheit führe ich auf 2 Dinge zurück:

    1.) Den Einfluss Israels auf die neue politische (populistisch genannte) Rechte.
    2.) Den zunehmenden Einfluss der 9/11-Truth bzw der Verfassungsbewegungen noch einmal RECHTS dieser teilgesteuerten neuen Opposition. (Ron Paul sei hier genannt, aber auch andere europäische Bewegungen, die widerum auch sehr unterschiedlich sind)

    Dieses Thema (Global corporate takeover) wird hier leider zu oft ausgeblendet, aber wie auch der Islam kommt es mit Macht und Energie auf die politische Bühne.

    Meine Vermutung also ist, man möchte nicht, dass ALLE Kontrolle verloren geht und sich im Sturm der Wut eine zu große Wahrheitsbewegung breitmacht, die Dinge hinterfragt, die nicht hinterfragt werden sollen.

    Andererseits glaube ich, dass eine politische und gesellschaftliche Destabilisation Europas Teil des globalen Spiels ist. Und Moslems und Indigene sind hier Schachfiguren.

    Das gleiche Spiel wird in den USA mit den illegalen Mexikanern getrieben, die quasi strafverfolgungsfrei die amerikanischen Bürger terrorisieren können.

    Soweit meine Einschätzung.

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