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Umfrage: Der Sarrazin-Effekt

Wie geht es nach Sarrazin weiter? Alles wie bisher, oder wird der Druck so groß werden, dass die Parteien handeln müssen? Wird sie eine rechte Partei dazu treiben? Wird der wirtschaftliche Druck Änderungen herbeiführen? Oder geht vielleicht doch alles so weiter, wie bisher? Bitte abstimmen!

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Kategorien:Allgemein, Deutschland
  1. Normalo
    3. September 2010 um 17:11

    Gestern war Sarazzin Top-Thema in den Tagesthema und man zauberte eine Umfrage (warscheinlich in Neukölln erstellt) aus dem Hut, in dem 35% zustimmten und 53% Sarrazins Aussagen ablehnten und verkaufte das als DEUTLICHE Mehrheit.

    Willkommen in der DDR 2.0!

    Wir sind das Volk!

  2. S.A.S.
    3. September 2010 um 22:22

    Dieser Brief ging von mir an den Bundespräsidenten:

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

    bitte beweisen Sie, dass es Ihnen mit der Demokratie ernst ist und handeln Sie bei der Entscheidung über Hrn. Sarrazin und seinem Verbleib in der Bundesbank sachlich und zum Wohle des Volkes.
    Hr. Sarrazin hat von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung gebrauch gemacht. Dies steht ihm zu. Wem die Meinung missfällt, kann dies ebenso äußern. Es wird auch niemand gezwungen das Buch zu kaufen oder zu lesen.
    Eine Entlassung von Hrn. Sarrazin würde nur zu einer noch tieferen Spaltung zwischen Politik und Volk führen. Genau dies wollen Sie ja nach eigenen Aussagen vermeiden.

    Hochachtungsvoll

  3. 4. September 2010 um 08:15

    In Sachen Sarrazin ist jetzt der Gabriel von der SPD dran, mal klare Kante zu zeigen. Was ist jetzt nicht verstehe ist, warum der Wulff erstmal die Merkel fragen muss, denn er hat doch vor dem Antrag der Bundesbank gesagt, dass der Sarrazin weg soll. Ist er sich jetzt auf einmal nicht mehr so sicher und wir erlebe eine Überraschung, aber vielleicht ist das nur Alibi.

  4. 4. September 2010 um 17:11

    Was ist das denn für eine tendenziöse Umfrage?! Alle drei Optionen schreiben Sarazins rassistischen Hetze politische Legitimität zu. „Volksverhetzung“, wie es die Sprache der Juristen formuliert, vom Schlage Sarazins steht einer postfaschistischen Demokratie nicht besonders gut zu Gesicht.

    Übrigens, über Migration wurde bereits vor Sarazin gesprochen und es gibt immer noch sehr viel politischer Änderungsbedarf. Entgegen Sarazins Unterstellung, Intelligenz übertrage sich nach völkisch-bilogistischen (oder kulturalistischen) Maßgaben, gilt es in der Bildungspolitik nach wie vor Chancengleichheit zwischen den gesellschaftlichen Klassen herzustellen.

    • Grafenwalder
      4. September 2010 um 17:23

      Vielen Dank für Deinen Beitrag, Genosse. Viele Leute sehen das jedoch anders. Wir gestehen Dir trotzdem zu, dass Du Deine Meinung kundtun darfst, und Deinen Beruf weiterhin ausüben darfst, zumindest sofern du einen hast.

    • blacksun87
      4. September 2010 um 20:03

      Erst mal lesen, dann weiter reden..

  5. Grav
    4. September 2010 um 18:22

    Eigentlich wurde die Unwissenschaftlichkeit der Eugenik schon vor gut 60 Jahren bewiesen und glücklichweise international verworfen. Dass Herr Sarrazin nun mit solchen, eigentlich längst abgehakten Thesen hohe Wellen wirft (und erst noch ernst genommen wird), verblüfft doch etwas. Im Gegensatz zu ziemlich allen anderen Politikern tischt uns Sarrazin allerdings nicht einfache Scheinlösungen auf, um die Wähler zu befriedigen, was ja ein Schritt in die richtige Richtung wäre. Umso bedauernswerter, dass er offensichtlichen Unfug glaubt und publiziert.

    Übrigens, wenn hier schon von den Menschenrechten und der Demokratie gesprochen wird: Das Recht auf Gleichberechtigung aller Menschen ist allen einzelnen Rechten übergeordnet, selbstverständlich auch dem der Meinungsfreiheit. Es dürfte einleuchtend sein, dass man bei einem Verstoss gegen dieses höchste Recht eben nicht einfach auf die Meinungsfreiheit pochen kann.

    • 4. September 2010 um 18:28

      Hier liegt ein „grav“ierendes 😀 Missverständnis vor: Nicht „alle Menschen“ haben in Deutschland ein „Recht auf Gleichberechtigung“. Sondern nur „Deutsche“. Das ist natürlich unabhängig von „Menschenrechten“, die allen Menschen überall auf der Welt zustehen sollten.

      Und alle Deutschen sollten und müssen und werden auch gleich berechtigt und gleich behandelt. Sarrazin fordert nirgends, dass das nicht mehr gelten solle, also indem er irgendwelchen Deutschen Rechte aberkennen will, z.B. anhand der Ethnie (was du ja anscheinend leugnest, dass es sowas überhaupt gibt).

      Geschweigedenn, missachtet er irgendwelche „Menschenrechte“.

      • Tiwaz
        18. September 2010 um 01:41

        Nicht „alle Menschen“ haben in Deutschland ein „Recht auf Gleichberechtigung“.

        Du redest hier aber nicht vom bundesrepublikanischen Grundgesetz, oder?

        Zitat:

        „Art 3
        (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

        […]

        (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse,
        seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder
        politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner
        Behinderung benachteiligt werden.“

    • blacksun87
      4. September 2010 um 20:09

      „um die Wähler zu befriedigen, was ja ein Schritt in die richtige Richtung wäre.“

      Täuschung ist ein richtiger Schritt?

      Deutschland ist das Land der Deutschen. Wir haben nur diese Heimat. Wir sind keine Kolonie auf der alle Menschen nur Fremde sind. Die Ausländer haben ihre Heimatländer in die sie zurückkehren können.

      • blacksun87
        5. September 2010 um 01:32

        Wer Multikulti leben will muss in ne andre Welt reisen und nicht hier die Völker dazu zwingen und kapput machen.

      • Grav
        6. September 2010 um 17:13

        Nein, das hast du falsch gelesen, ich meine das Gegenteil: Vereinfachte Scheinlösungen, die uns viele Politiker auftischen wollen, sind eine Täuschung und somit ein falscher Schritt. Natürlich hören die meisten Leute gerne, dass sie nur den oder den Politiker wählen müssen, um ein Problem zu lösen, und selbst nichts dafür beizutragen haben, die Realität sieht jedoch anders aus. Sarrazin präsentiert uns hier aber keine einfachen Lösungen und behauptet nicht, dass sich die momentanen Missstände ohne Weiteres lösen lassen, sein Ansatz ist prinzipiell gut.
        Als kleine Anmerkung: Nur bei politisch stabilen Staaten können die Ausländer sicher in ihre Heimat zurückkehren. Z.B. ein Somalier, der in seinem Land vom Regime (also politisch) verfolgt wird, kann nicht in seine Heimat zurückkehren (bzw. würde er dann getötet), da müssen andere Länder einspringen. Doch wer weiss bei so vielen globalen Flüchtlingen, welcher nun tatsächlich bedroht ist und welcher nicht? Im Zweifelsfalle kann man, sofern die Machtinhaber eines Landes (z.B. das Volk) einigermassen menschlich sind, jemand auch nicht einfach ablehnen, da man dann den Tod eines Flüchtlings in Kauf nimmt. Ziemliches Dilemma. Solange viele Leute kaum Anreize haben, im eigenen Land zu bleiben, wird sich dies nur noch verschlimmern. (Um Missverständnisse vorzubeugen: Nein, ich gehöre nicht zu denen, die die Grenzen öffnen wollen und glauben, der Staat könnte dann noch funktionieren, ich wollte blacksun87 bloss darauf aufmerksam machen, dass die Realität etwas komplizierter ist als er sie schildert und Staaten ein dynamische, nicht feste, Gebilde sind.)

      • Der Philosoph
        17. September 2010 um 23:56

        Moslems frei hier herumlaufen zu lassen heißt aber auch Vergewaltigung von unseren Frauen und Ermordung der Deutschen, Kinder, Männer, Frauen, Senioren…

  6. rocksi7
    4. September 2010 um 21:52

    @blacksun: aha, und wenn dir mal jemand an den kragen will, dann sind die anderen länder, also das AUSLAND, gut genug für dich?

    • blacksun87
      4. September 2010 um 22:34

      Wie meinst du das denn??

    • blacksun87
      4. September 2010 um 22:37

      Erstens gibts nen zweites deutsches Land im Südosten und zweitens sollte man kämpfen.

      Wenn jeder stets vor Problemen geflohen wäre , in welcher Welt würden wir dann erst recht leben?

  7. ricwin
    5. September 2010 um 22:27

    @fightforyourfuture

    Zu deiner Äußerung das es sich bei Sarrazins Thesen Volksverhetzung handeln würde möcht4e ich kein KOmmentar abgeben, da ich sein Buch nicht gelesen hab und mir daher, wie ich finde, auch keines erlauben kann.
    Wenn man jedoch schon worte wie Volksverhetzung in den Mund nimmt (auf seine Tastatur hämmert) dann sollte man sich wenigstens im klaren darüber sein das innerhalb dieser Migrations-Diskussion, welche ja in der Tat, wohl auch schon vor Sarrazin, politischer Brennpunkt war, nicht nur Sarrazin zu drastischeren Äußerungen und polarisation neigt. Denn wessen erstes offizieles Statement, nämlich dass man Sarrazin den Eintritt in die NPD nahelägen, war es den das eindeutig gegen die guten Gepflogenheiten der Sachlichkeit und Mäßigkeit verstieß?
    Richtig, das Kommentar stammt vom Zentralrat der Juden.
    Ist diese Aussage den wirklich höher qualifiziert als die von Hernn Sarrazin?
    Oder bedient sich der Zentralrat, wie ich finde, mal wieder dem Image der ewig Gebeutelten die jedes Recht dazu hätten auch noch nach über 60 Jahren unterhalb der Gürtellineie zu „attakieren“ und nicht wesentlich weniger zu verhetzen als das vielleicht Thilo Sarrazin tat oder tut?
    Nur nochmal um einiges klarzustellen und den unüberdachten Kommentaren der politisch stark links orientierten vorzubeugen,
    ich sympathiesiere keineswegs in irgendeiner Weise mit der NPD.
    Und für die Amerikaner, No I`m no nazi.

  8. ricwin
    5. September 2010 um 22:36

    Post scriptum:

    Entschuldigt bitte die Rechtschreibfehler.
    Auf die Botschaft kommt es an 😉

  9. paule11
    6. September 2010 um 04:28

    alles aus der BILDungs journallie abgeschrieben der tilo TILO ! kooft mal den dreck , euer nivau sarazin im zoo !!!!!!!!!!!

    den „Rohstoff“ Geist. Damit sieht es grausig aus.

  10. Grav
    6. September 2010 um 17:09

    @Grafenwalder: Ich meinte es wie folgt: „Jeder Mensch hat Anspruch auf die hiermit garantierten Menschenrechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.“ (Quelle: Wikipedia) Dass ein Philippiner nicht nach dem deutschen Recht behandelt wird ist ja klar. 😀 Und nein, ich leugne keinesfalls, dass es verschiedene Ethnien gibt (davon habe ich auch nicht im entferntesten etwas geschrieben), das wäre absolut lächerlich. Auf genetischer Ebene sind die Unterschiede zwischen diesen jedoch minim, es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass sich die „Inelligenzgene“ der ethnischen Gruppen unterscheiden würden (d.h., dass unter genau gleichen Voraussetzungen der „durchschnittliche“ Muslim, Jude, Hinduist oder was auch immer sich nicht vom „durchschnittlichen“ Christen unterscheiden würde, das ist zwar jetzt sehr hypothetisch, aber nicht irrelevant) und erst recht nicht gibt es sowas wie ein „Juden-Gen“ (aber man kann durchaus verschiedene Ethnien aufgrund gerüngfigiger Änderungen auf der DNA unterscheiden, die, ich wiederhole mich, jedoch nichts mit der Intelligenz oder ähnlichem zu tun haben). Entscheidend für die Intelligenz ist vor allem die Erziehung, die Bildung, die Lebenserfahrung, das Umfeld etc. Zwar gibt es auch genetische Unterschiede bei der Intelligenz (und die haben rein gar nichts mit der Kultur/dem Volk zu tun), bei einer guten Förderung ist allerdings bei allen ziemlich viel herauszuholen.
    Mit der Behauptung, dass die Intelligenz und die Leistung verschiedener Kulturen genetisch vererbt würden, hat sich Sarrazin nun aber doch ins Abseits gestellt. Das ist fachlich falsch und stellt die tatsächliche Gleichberechtigung z.B. von Immigranten mit muslimischem Hintergrund in Frage (deren grundsätzlichen Fähigkeiten sich laut Sarrazin stark von z.B. denen Deutscher mit germanischer Abstammung unterscheiden würden). Solche Einstellungen implizieren, dass die einen Menschen aufgrund ihrer Herkunft wertvoller seien als die anderen, und verbauen jegliche Chancen auf eine gleiche Förderung, wodurch erst alle ihr Potential einigermassen ausnützen könnten. Wie du aber richtig sagst will Sarrazin niemandem die Rechte aberkennen, auch deshalb würde ich ihn auf keinen Fall als „rassistischer Hetzer“ oder so bezeichnen. Es handelt sich vielmehr um ein ziemliches Missverständnis wissenschaftlicher Beiträge verschiedener Genetiker. So dürften andere Meinungen Sarrazins offensichtlich auch zutreffender sein, z.B. dass sich Muslime schwieriger integrieren (lassen) als andere Gruppen. Über die genauen Ursachen lässt isch nun streiten, denn nur der kulturelle Hintergrund dafür verantwortlich zu machen greift offensichtlich zu kurz. Wie auch immer: Mit der jetztigen Kontroverse bietet sich einmal mehr die Chance, die Positionen zu überdenken und nach besseren Konzepten und Lösungen zu suchen, davon würde sogar alle profitieren. Dass diese auch genutzt wird, bezweifle ich. Leider.

    @Blacksun87: Nein, das hast du falsch gelesen, ich meine das Gegenteil: Vereinfachte Scheinlösungen, die uns viele Politiker auftischen wollen, sind eine Täuschung und somit ein falscher Schritt. Natürlich hören die meisten Leute gerne, dass sie nur den oder den Politiker wählen müssen, um ein Problem zu lösen, und selbst nichts dafür beizutragen haben, die Realität sieht jedoch anders aus. Sarrazin präsentiert uns hier aber keine einfachen Lösungen und behauptet nicht, dass sich die momentanen Missstände ohne Weiteres lösen lassen, sein Ansatz ist prinzipiell gut.
    Als kleine Anmerkung: Nur bei politisch stabilen Staaten können die Ausländer sicher in ihre Heimat zurückkehren. Z.B. ein Somalier, der in seinem Land vom Regime (also politisch) verfolgt wird, kann nicht in seine Heimat zurückkehren (bzw. würde er dann getötet), da müssen andere Länder einspringen. Doch wer weiss bei so vielen globalen Flüchtlingen, welcher nun tatsächlich bedroht ist und welcher nicht? Im Zweifelsfalle kann man, sofern die Machtinhaber eines Landes (z.B. das Volk) einigermassen menschlich sind, jemand auch nicht einfach ablehnen, da man dann den Tod eines Flüchtlings in Kauf nimmt. Ziemliches Dilemma. Solange viele Leute kaum Anreize haben, im eigenen Land zu bleiben, wird sich dies nur noch verschlimmern. (Um Missverständnisse vorzubeugen: Nein, ich gehöre nicht zu denen, die die Grenzen öffnen wollen und glauben, der Staat könnte dann noch funktionieren, ich wollte blacksun87 bloss darauf aufmerksam machen, dass die Realität etwas komplizierter ist als er sie schildert und Staaten ein dynamische, nicht feste, Gebilde sind.)

    • Grafenwalder
      6. September 2010 um 18:34

      Im Endeffekt ist es egal, ob der gesamte muslimische Kulturraum und seine Bewohner auf Grund von Vererbung auf einem primitiven Entwicklungsniveau stehengeblieben sind, oder eben wegen ihrer Kultur/Todeskult Islam.

      Es geht darum, dass über Jahrzehnte aus dieser Kultur, vornehmlich der Türkei, der untereste und ärmste und bildungsfernste Bodensatz hierher importiert wurde, zum Schaden unseres Landes, und diese Bevölkerungsgruppe wächst und unser gesamtes Land hinunterzieht. Alles andere, die Journalisten-Erfindung „Juden-Gene“ und sonstige Nebelkerzen sind reine Ablenkung: vornehmlich dazu da, beim ängstlichen Bunzelbürger pawlowsche Juden-/Nazi-Reflexe auszulösen, damit er eingeschüchtert wird und damit zurückgepfiffen wird.

      Sätze wie „Er hat ja mit vielem Recht, nur er hätte es anders sagen müssen…“ sind Beleg dafür. Diese Leute haben keine Position und wissen nicht, wo sie stehen, oder was sie wollen, oder wo sie mit diesem Land hinwollen. Formbare Masse, die weiterhin die etablierte Parteiendiktatur stützen bis zum Untergang. Die Medien müssen nur die Wörter „Juden“ oder „Nazi“ erwähnen, schon bekommen diese Leute es mit der Angst zu tun und hören auf, sich weiter mit der Sache zu beschäftigen. Oder aber wie du schreibst: „hat sich Sarrazin nun aber doch ins Abseits gestellt“ Wieso? Quatsch!

      Zum Rest kann ich keine Stellung nehmen: Erst schreibst du, die „Lernschwäche“ der Türken sei nicht vererbt, dann schreibst du, es liegt auch nicht an der Kultur. An was denn dann? Wahrscheinlich „an den bösen Deutschen, die diesen armen Menschen keine gleichen Chancen einräumen“? An diesem Punkt ist dann die Diskussion für mich beendet, weil es nichts mehr zu diskutieren gibt. Die Muslim-Immigranten haben alle Chancen, aber ein Großteil nutzte und nutzt sie nicht. Da sind einzig sie selbst Schuld.

      • Grav
        13. September 2010 um 18:04

        Fand erst jetzt Zeit, auf deinen Kommentar zu antworten, aber nun denn…

        Ich für meinen Teil würde es nicht wagen, von einem primitiven Entwicklungsniveau zu sprechen, gerade weil die europäische Kultur unglaublich viel von arabischen und jüdischen Denkern wie Averroes oder Avicenna zu verdanken haben, welche unserem Raum die griechische Kultur vermittelten und ohne die die westliche Aufklärung schlicht undenkbar gewesen wäre. Das liegt in der Vergangenheit, klar, doch seither ist diese der nahe Osten keineswegs stehen geblieben. Leider weiss der Löwenanteil der westlichen Bevölkerung über diese Kultur lediglich, was er in der Zeitung von ihr liest – Selbstmordattentate und Ausländerprobleme, die in den letzten Jahren immer stärker mit Muslimen verbunden werden. Das entspricht einem etwa gleich differenziertes Bild wie wenn man z.B. die Schweiz mit Bergen und Käse gleichsetzen würde. Dass keine Aufklärung und Säkularisierung wie bei uns stattfand heisst nicht, dass diese Kultur stehen geblieben wäre. Genauer darauf gehe ich nun nicht ein.

        Viele Immigranten gehören nicht der Oberschicht an, ja, und konnten kaum eine ausreichende Bildung geniessen, wie sie hier geboten wird. Offensichtlich ist es so, dass gerade junge Ausländer ein grosses Identitätsproblem haben: Wo sie herkommen, fühlen sie sich und sind sie längst nicht mehr zu Hause, zurück ist kaum eine Option, wo sie jetzt sind, sind sie, obwohl hier aufgewachsen, fremd und unwillkommen, folglich bleiben sie in ihren Kreisen, schliessen sich mit ähnlichen Leuten zusammen. Dass Gruppendynamiken gerade in solchen Fällen sehr fatal wirken können, ist ausreichend bekannt.

        Das ist keine Entschuldigung, erst recht nicht für Chancen, die man hat aber nicht nutzt. Allerdings sollte man erkennen, dass es den meisten von uns, wären wir in derselben Situation, wahrscheinlich nicht viel anders ergehen würde. Ebenfalls ersichtlich dürfte sein, dass Integration von beiden Seiten abhängt: Der Wille, sich zu integrieren, die Sprache zu lernen etc muss vorhanden sein, ebenso müssen sich diese Leute aber auch ausserhalb ihres Kreises willkommen fühlen können, ansonsten brechen sie nie daraus aus. Xenophobie und Rassismus, beides hierzulande nicht selten anzutreffen, bewirken das Gegenteil. Ideal ist keine Kuschelgesellschaft, sondern Menschen mit einem offenen Geist, zurzeit leider eine rare Spezies.

        Mit deiner Beobachtung hingegen, dass man (also auch die Medien) bloss auf Parallelen zur Nazizeit aufmerksam machen muss, um eine Diskussion o.ä. zu ersticken, da dies nach wie vor ein gesellschaftliches tabu ist, hast du recht. Sarrazin hat sich jedoch sehr wohl ins Abseits gestellt, und zwar weil er wissenschaftlich argumentieren will ohne die Materie zu verstehen. Weiter teilt er die Ausländer sozusagen in „nützlich“ und „unnütze“ ein, Letztere brauchen wir nicht. Das kann er machen, nützt aber niemandem was, denn Deutschland ist alles andere als autark, entsprechend kann man nicht nur die Leute reinlassen, die einem nützen.

        Ferner dürften in der Debatte (besonders in der Öffentlichen) auch anderen Errungenschaften als die der Meinungsfreiheit Platz eingeräumt werden; neben der liberté und der egalité war auch die fraternité, die Brüderlichkeit ein Ideal der französischen Revolution, an gegenseitigem Respekt mangelt es allerdings, auch die Religionsfreiheit erfährt keine besondere Gewichtung, aber das nur am Rande.

  11. Grav
    6. September 2010 um 17:53

    ups, habe ein paar versuche gemacht weil der kommentar nicht angezeigt wurde, die andere (ausser dem oben) bitte löschen.

  12. Grafenwalder
    18. September 2010 um 01:55

    Tiwaz :

    Nicht „alle Menschen“ haben in Deutschland ein „Recht auf Gleichberechtigung“.

    Du redest hier aber nicht vom bundesrepublikanischen Grundgesetz, oder?

    Zitat:

    „Art 3
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

    […]

    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse,
    seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder
    politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner
    Behinderung benachteiligt werden.“

    U.a.:

    Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

    Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

    Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.

    Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.

    Zumindest hat kein (Nicht-EU) Ausländer das grundgesetzlich verbriefte Recht, sich dauerhaft in der BRD aufzuhalten. (Natürlich kann man jetzt wieder kommen mit Asyl und solchen Sachen, Menschenrechte, -> Familiennachzug, volles Programm eben. Aber das ist Interpretationssache).

  13. gertrud Claus
    18. Dezember 2010 um 20:06

    Die Kommentare von „Grav“ sind nicht schlecht – zur Erinnerung:Das Grundgesetz wurde(durfte) von Deutschen für Deutsche gemacht werden!
    Man lese die Rede von Carlo Schmidt(1948) als der von den Alliiertren eingesetzte „bundestag“ dieses Werk erarbeiten durfte.
    Da haben alle Beteiligten gewiß nicht an die Wirtschaftsflüchtlinge und Sozialschmarotzer aus aller Welt gedacht!
    „Man bediene sich seines Verstandes!“ Dann kommt man schon drauf, warum die Situation in der BRD so ist. Vielleicht sollten wir diese Erfülllungspolitiker einfach umtauschen, ob das ohne Krieg ginge???
    G.Claus

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