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Ein deutscher Junge

Eine kleine Fortsetzungsgeschichte über die Lage aus Sicht eines jungen Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Gastbeitrag von Johannes

Es ist Dienstag, viertel vor 7, irgendwo in Deutschland. Ein Junge steht auf. Er ist deutsch, vielleicht muss man das erwähnen, da er schon zu den Jahrgängen zählt, in denen man als Deutscher wohl zur Minderheit gehört. Seine Mutter sitzt noch beim Frühstück, sein Vater ist schon bei der Arbeit. Frühestens um 6 Uhr wird er wieder da sein. Seine Familie ernähren kann er – trotz seines Studiums und eines eigentlich angesehenen Berufs – trotzdem nicht.

Noch am selben Nachmittag erhöhen sich die Landtagsabgeordneten die Diäten und die EU-Politiker beschließen ebenfalls den dritten Anzug in kürzester Zeit. Der Junge musste bereits resignieren.

Der Junge macht sein Frühstück und fährt mit dem Rad zur Schule. Auf dem Weg wird er von einem Mann angesprochen, der ihm eine Broschüre in die Hand drückt: „Einladung zum Paradies“. Was der freundliche Migrant von ihm will bleibt ihm ungewiss – er versteht seine Sprachkombination aus Arabisch und „Deutsch-alder-voll-korrekt-und-so“ nicht. Um 10 vor 8 erreicht er die Schule. Der Stundenplan lässt es ihm eiskalt den Rücken herunter laufen: Politik, Geschichte, Deutsch und dann Mathe. Erklärung dazu folgt: In Politik wird über Parteien und Wahlen „aufgeklärt“: Jeder Lehrer tut dies nach seinem Geschmack, der dann auch der der Schüler zu sein hat. Spricht man Dinge wie Wählertäuschung und nicht gehaltene Wahlversprechen an, sowie manipulierte Medien, erntet man Rügen, wenn nicht sogar die nächste schlechte Note – die Demokratie ist ja wehrhaft. Kritik an der Integration, oder eine kritische Haltung gegenüber dem Islam ist sowieso ein „No-Go!“

In Geschichte geht’s weiter, die Themen sind etwa so vielseitig wie eine Kinoleinwand: Eine Kehrseite gibt’s nicht und das Drehbuch … tja. Ab der fünften Klasse wird über das Dritte Reich „aufgeklärt“. Nur leider hat man vergessen, das Erste und Zweite Reich in den Lehrplan mit einzubauen. Wirklich mysteriös, man frage sich, woran das liegt? Der Junge tut das zumindest. Dann geht’s weiter mit Deutsch. Die Themen sind für die meisten Jungen in etwa so interessant wie ein verschimmeltes Toastbrot, der Unterricht so gegendert, dass man einen Satz kaum noch aussprechen kann vor lauter Zeug wie: „Schülerinnen und Schüler, die mobile ethnische Minderheit ist in der Stadt und wir möchten diesen diskriminierten Menschen etwas Freude machen!“ Behandelt wird die Interpretation von Kurzgeschichten – nützlich. Nur leider hat sich dieses Genre auf Trümmerliteratur zusammenschrumpft, was natürlich vorteilhaft ist, denn man kann ja mit Vorwissen auftrumpfen: Deutschland ist an allem schuld, wurde zurecht zerbombt und die zivilen Opfer hätten ja in den Widerstand gehen können! Und der Weihnachtsmann unterrichtet morgen, denkt dieser Junge.

Weiter geht es in Mathe mit den wichtigsten Rechnungen der Welt, die man im Berufsleben jeden Tag brauchen wird: Parabelfunktionen. Nie gehört oder wieder vergessen? Bloß nachholen, braucht man immer! Falls man mal selbst ’nen Parabelbogen unter ’ne Brücke zimmern möchte oder so. Der Junge erinnert sich an den Artikel vom Morgen: Brüderle will weitere Fachkräfte holen. Da packt ihn einfaches Kopfschütteln: Anstatt einen berufsbezogenen Unterricht für deutsche Schüler zu vermitteln, will man sich lieber Leute wie den Mohammed vom Schulweg ins Land holen, die das Sozialsystem schröpfen – na das ist etablierte und fundamentierte, zukunftsweisende Politik.

Auf dass diese „Zukunft“ auch schön fremdbestimmt bleibt.

Fortsetzung folgt.


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Kategorien:Allgemein, Deutschland
  1. Chris
    26. August 2010 um 20:33

    Traurig aber wahr! Da ich auch demnächst Vater werde habe ich mir auch dazu schon so meine Gedanken gemacht. Was ist, wenn ich meinem Kind bei den Hausaufgaben helfe, und diesen ganzen Lügenkram entdecke. Soll ich dann auf die Barrikaden gehen und mein Kind als Träger dafür benutzen meine Korrekturmaßnahmen gegen den BRD-Widerstand zu schleudern? Oder soll ich Stillschweigen bewahren und mein Kind zu gegebener Zeit (am besten erst nach der thematisch bezogenen Benotung) anderweitig aufklären? Das arme Ding kommt sich doch total verarscht vor! Aber eins werd ich Gewiss nicht machen: Das Kind in seinem falschen Glauben dumm durch die Welt ziehen lassen.

    • ww
      26. August 2010 um 23:38

      Ganz ehrlich:
      Ich würde ihn aus Politischem raushalten.
      Ein Vater der das macht hat seinem Sohn
      noch nie damit geholfen.

    • Steffen
      27. August 2010 um 11:10

      Dann lass dein Kind auf jeden Fall nicht zu viel fernsehen. Es gibt einen ungeheuren Unterschied zwischen Kindern die mit, und denen die ohne Fernseher im eigenen Zimmer aufwuchsen. Jene, welche ohne Fernseher im eigenen Zimmer aufwuchsen sind meistens gebildeter und stehen nun im Studium.
      Erziehe dein Kind einfach nur aufrichtig, lass das Politische sein. Verwöhne es nicht und geb ihm kleine kritische Denkanreize über viele Themen, die ein Kind so beschäftigen. Es sollte, wenn es vernünftig ist, selbst auf den richtigen Weg finden. Unterbinden musst du allerdings die ausufernde Konsumfokusierung der heutigen Kinder. Kein neues Handy, dauerhaft die „coolsten“ Klamotten oder Spielkonsolen. Das sind jedoch nur einige wenige Tipps die ich dir geben kann.

  2. Steffen
    27. August 2010 um 10:59

    Ich kann nur jeden, der so etwas tagtäglich erleben muss, zu uns nach Thüringen einladen. Ich sehe wirklich nur Südlander wenn ich eine Pizzeria oder einen Dönerladen betreten würde, das kommt jedoch so selten vor, dass ich eigentlich kaum Zugereiste sehe, nirgends. Ich lebe schon immer in Thüringen und habe vielleicht 10 mal Muslime mit Kopftuch hier gesehen. Es lebt sich dadurch auf jeden Fall angenehmer als in vielen anderen Gegenden. Hier müsste ich meine spontane Reise nach Stuttgart erwähnen, wo ich aus dem Staunen und Schimpfen kaum wieder heraus kam.

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