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DE: organisator offenbar ausgeschieden!

Nach den Hackerangriffen und Kommentarspalten-Spam-Aktionen der letzten Tage triumphiert die antiFa: So wird auf “Indymedia” berichtet, dass nach DeutschlandEcho nun das Nazi-Portal “Altermedia” an der Reihe sei. Auch hier solle in den Kommentarspalten getrollt werden, was das Zeug hält. Dazu wären freilich nicht die gehackten DE-Nutzerdaten nötig gewesen. Ansporn gab aber offensichtlich die erfolgte Einstellung der Kommentarfunktion auf DeutschlandEcho. Auch DS-aktuell, das von Matthias Faust geleitete NPD-Organ mit teils überlappender Leserschaft, ist im Fadenkreuz.

Außerdem hatte die Aktion bei DE wohl auch personelle Konsequenzen: organisator, der eigentliche Macher hinter dem Portal, wird dort nun als “Ehemaliger” und “inaktiv” geführt. Ob dies von Dauer sein wird oder nur zeitweise, bleibt abzuwarten. Ich persönlich denke, DASS der organisator weitermacht ist sicher, nur das wo und wie steht noch nicht fest. Ob es allerdings ein drittes Comeback auf DeutschlandEcho geben wird? Ich wage es zu bezweifeln. Denn wo will organisator politisch hin? Sieht er das NPD-Echo noch als die richtige Plattform an? Neben dem Frust über eine mögliche “Enttarnung” und damit potentiell einhergehenden rechtlichen Konsequenzen (wohl eher wegen Copyright-Verletzungen denn wegen strafbewehrten Meinungen) ist wohl auch Enttäuschung über die Stagnation der Nationaldemokraten(?)-Partei ein Grund für den nun erfolgten Ausstieg.

Holger Apfels Wahl zum Vorsitzenden hat keinen wirklichen Kurswechsel bewirkt, der die Partei endlich wählbarer macht. Ein Aufgreifen “populärer” und gegenwartsbezogener Themen wie die Anti-EURO-Kampagne gehen Hand in Hand mit einem “Weiter so” in Sachen Neonazi-Kameradschaften. Die NPD kann aber nicht beides haben. Das ist kein Spagat, das ist eine unüberwindbare Kluft. Man kann nicht gleichzeitig die “Demokröten” verhöhnen und mehr Demokratie fordern, sich über die Bezeichnung “Nazi” brüskieren und dabei ein ungeklärtes Verhältnis zum Nationalsozialismus pflegen und dessen Anhänger in der Partei dulden und sogar umwerben. Dies alles natürlich mit wohlwollender Unterstützung der Etablierten und ihrer “Dienste”.

Womöglich hat der organisator nun erkannt, dass die NPD unreformierbar ist und DeutschlandEcho in seiner jetzigen Form und Ausrichtung damit praktisch auch. Interessanterweise gibt es nur wenige Webseiten, die über diese Vorgänge überhaupt berichten, geschweige denn sich mit dem nun untergehenden DeutschlandEcho solidarisieren. Von den Radikalinskis (die selbst die Mehrheit der Kommentatorenschaft von DE stellten) kommt nur Hohn und Spott, konservative oder sonstige nicht-linke oppositionelle Netz-Aktivisten interessieren sich augenscheinlich überhaupt nicht für den NS/NPD-Sumpf und halten zu Recht einen deutlichen Sicherheitsabstand, die Vernetzung der “politikfähigen Apfel-Rechten” findet oder fand also wenn überhaupt nur in eine Richtung statt, nämlich zu den “freien Nationalisten” hin oder wie immer sich die Nazis auch gerade nennen mögen. Das Projekt “Gesamtrechts” sollte damit endgültig beerdigt sein, statt dessen muss endlich die “Zwei-Lager-Lösung”, um im DeutschlandEcho-Jargon zu bleiben, konsequent umgesetzt und sogar einen Schritt weiter gegangen werden. Nämlich dahingehend, dass sich das Nicht-NS-Lager nicht als eines von zwei irgendwie gleichberechtigt nebeneinander stehenden “rechten” Lagern begreift, sondern dass sich von den Nazis in und um die NPD deutlichst distanziert wird.

Folglich kann ein Nachrichtenportal auch nicht “wohlwollend” über beide sog. “Lager” berichten, ohne dass vor allem das “Nicht-NS-Lager” alleine dadurch schon massiven Schaden nehmen würde. DeutschlandEcho war daher ironischerweise immer ein Paradoxon, seiner eigenen Konzeption der “zwei Lager” permanent zuwiderlaufend, in dem versucht wurde, eine zum Nationalsozialismus hin offene NPD in Richtung “gemäßigte Rechte” zu drücken. Ein Abbild der Zerissenheit der NPD selbst. Hier muss wie gesagt eigentlich ein Schnitt gemacht werden, eine Trennung erfolgen, und diese Trennung gibt es ja auch schon, kein “normaler Mensch”, der nicht zumindest stillschweigend den NS in der Partei akzeptiert (und damit den NS offenbar nicht richtig einordnen kann) tritt heute mehr der NPD bei. Eigentlich gebildete Leute wie Arne Schimmer sind die Ausnahme, können auf Außenstehende aber nur suspekt erscheinen, wenn sie in dieser Truppe anheuern. Ist es Naivität, Täuschung, ein eingebildeter Mangel an Alternativen? Von Unterwanderung durch die Geheimdienste mag man gar nicht reden, der Gedanke jedoch ist natürlich immer da. Nein, wer eins und eins zusammenzählen kann der tritt diesem Verein nicht bei. Der hält aus vielerlei Gründen einen gehörigen Abstand.

Einen Schritt in diese Richtung macht auch dieser Blog damit, dass das NPD-Echo aus der Link-Liste verschwindet und über die NS-NPD auch nicht mehr berichtet werden soll. Der letzte Artikel über den “Rock für Deutschland 2012″ soll hier den gebührenden Schlußpunkt setzen. Fortan wird sich konsequent abgegrenzt (ich kann die Braunen schon “Abgrenzeritis” brüllen hören… ) und die Eskapaden der NS-NPD, so unterhaltsam und belustigend sie auch oft sein mögen, in Gänze ignoriert. Die Beschäftigung mit der NPD kostet nur Zeit und Kraft und führt zu nichts, im Gegenteil werden Interessenten, die mit braunem Gedankengut nichts zu tun haben (wollen) höchstens noch abgeschreckt. Sollen sie im eigenen Saft weiter in der Bedeutungslosigkeit schmoren und als mahnendes, abschreckendes Beispiel dienen.

  1. Gerswind
    22. Juli 2012 um 12:13

    Reblogged this on Gerswind.

  2. 13. August 2012 um 03:42

    Interessant sind auch die Macher des Spiels: Bis vor kurzen firmierte die nun als Blog angelegte rechtsextreme Nachrichtenseite “Deutschlandecho” (Slogan: “Gegenöffentlichkeit / Unabhängig / Überparteilich”) noch unter dem Namen “Gesamtrechts”. Damals lautete der Claim “Rechtes Infoportal / Unabhängig / Antisozialistisch”. Das zeigt schon, dass der im Namen angelegte Sammlungsgedanken nicht allumfassend gemeint war.

  3. 15. August 2012 um 21:22

    Dieser Analyse stimme ich zu und habe selber ja auch mehrfach in Kommentaren darauf hingewiesen, daß es widersprüchlich ist, als Partei unter der Geltung des Parteiengesetzes die freiheitlich demokratische Grundordnung in Zweifel zu ziehen, um es mal gelinde auszudrücken.

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